Crack-Boom in Köln: Die Lage am Neumarkt, Hintergründe zum Drogen-Hotspot und Forderungen nach Schutzräumen.
Der Kölner Neumarkt gilt seit einiger Zeit als zentraler Hotspot der Drogenszene, insbesondere was den Konsum und Handel von Crack angeht. Das Geschäft mit der Droge boomt, was die Situation für Anwohner, Geschäftsleute und Abhängige spürbar verschärft hat. Die Forderungen nach mehr Schutzräumen werden immer lauter, doch die Stadt stößt an finanzielle und personelle Grenzen. ZDFheute Nachrichten
Am Neumarkt in Köln treffen zahlreiche Suchtkranke und Dealer aufeinander. Crack wird dort offen konsumiert und gehandelt, oftmals sogar direkt vor Geschäften. Geschäftsinhaber wie Walter Schuch sehen sich gezwungen, täglich die Polizei zu rufen, um ihre Eingänge frei zu halten. Die Atmosphäre wird rauer, Diebstähle unter den Süchtigen sind Alltag.
Laut Beobachtungen sind täglich hunderte Menschen an diesem Brennpunkt unterwegs. Viele konsumieren nicht nur Crack, sondern auch weitere Substanzen wie Benzodiazepine. Die Nachfrage nach ausreichenden Hilfsangeboten steigt stetig, doch gibt die Stadt Köln zu, dass sie aktuell keine zusätzlichen Schutzräume oder Schlafmöglichkeiten anbieten kann.
Der Drogenkonsumraum am Neumarkt bietet seit fünf Jahren einen sicheren Raum für Suchtkranke. Hier können sie unter medizinischer Aufsicht konsumieren – allerdings meist nur für wenige Minuten. Ruhe- oder Schlafbetten gibt es nicht. Die Wirkung von Crack hält nur kurz an, was die Betroffenen schnell wieder auf die Straße treibt und die Verwahrlosung sowie Kriminalität sichtbar macht.
Im Vergleich zu Städten wie Hamburg oder Frankfurt fehlen in Köln Strukturen und Hilfsangebote für Abhängige. Während Crack-Süchtige dort schneller Zugang zu Unterstützung finden, geraten sie in Köln oft in einen Kreislauf aus Obdachlosigkeit und Kriminalität. Die Folgekosten für Polizei, Stadtreinigung und das Gesundheitssystem werden dadurch deutlich erhöht.
Die Stadt Köln ist laut eigenen Angaben auf der Suche nach weiteren Schutzräumen, lediglich fehlt es an geeigneten Räumen und am notwendigen Budget. Für einen zusätzlichen Drogenkonsumraum liegt der Auftrag bereits seit acht Jahren vor, ohne dass bislang konkrete Fortschritte erzielt werden konnten. Anwohner wie Thomas Klefuß fordern weiterhin ein Umdenken in der Politik und mehr Unterstützung für die Bedürftigen am Neumarkt.
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