Taxifahrer in NRW demonstrieren für faire Fahrpreise und gleiche Wettbewerbsbedingungen gegenüber Uber und Co.
In Nordrhein-Westfalen haben Taxifahrer mit Autokorsos und Protestaktionen auf eine angespannte wirtschaftliche Lage und die Konkurrenz durch Fahrdienstleister wie Uber aufmerksam gemacht. Dabei forderten sie faire Bedingungen und Mindestpreise für alle Anbieter.
Am Aktionstag demonstrierten Taxifahrer und -fahrerinnen in sieben NRW-Städten, darunter Düsseldorf, Dortmund, Köln und Wuppertal, für gleiche gesetzliche Regeln für klassische Taxis und Plattformanbieter wie Uber und Bolt. Der Vorwurf: Dumpingpreise und mangelnde behördliche Kontrolle gefährden ihre Existenz.
In Düsseldorf beteiligten sich mehrere hundert Taxis an einem Protestkorso, auch in anderen Städten fuhren Kolonnen durch die Innenstädte. Die Branche klagt über weniger Kundschaft und sieht die Konkurrenz durch Mietwagenfirmen als Hauptgrund dafür. Forderungen umfassen, dass behördlich festgelegte Mindestpreise nicht nur für Taxis, sondern auch für Plattformanbieter gelten sollen. Nur so sei ein fairer Wettbewerb möglich. Tagesschau.de
Während für Taxis die Fahrpreise von den Städten kontrolliert werden, können Mietwagenfirmen wie Uber ihre Tarife selbst festlegen. Ein Test zeigte große Preisunterschiede: Eine Fahrt in Köln kostete im Taxi bis zu 35 Euro, mit Uber nur etwa 18 Euro. Taxifahrerin Martina Heym kritisiert, dass ein Familienbetrieb heute kaum noch lohnend sei. Die Taxibranche fordert außerdem Streckenzähler und die Einhaltung der Rückkehrpflicht für Mietwagen.
Laut Taxi Dortmund eG hat das Taxi als Teil des öffentlichen Nahverkehrs in NRW einen besonderen Stellenwert, etwa beim Schienenersatzverkehr oder bei Behindertenfahrten. Taxis sind jederzeit zur Beförderung verpflichtet. Mietwagenunternehmen weisen darauf hin, dass die gesetzliche Rückkehrpflicht für sie wirtschaftlich und ökologisch problematisch ist.
Uber argumentiert, Mindestpreise für Mietwagen führten nicht zu mehr Taxikunden, sondern treibe Nutzer in private Autos. Uber fordert stattdessen mehr flexible Preismodelle und weniger Regulierung.
Teile der Taxibranche bieten inzwischen auch Festpreisangebote per App oder Telefon an. Ob und wie der Gesetzgeber auf die Forderungen der Branche eingeht, ist aktuell offen. Die Diskussion über faire Preise und Wettbewerb im urbanen Personenverkehr bleibt bestehen.
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