Förderstopp für Demokratieprojekte: 200 Initiativen betroffen. Neue Förderrichtlinien ab Sommer. Alle Infos zu „Demokratie leben!“ jetzt lesen.
Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ steht vor einem grundlegenden Wandel. Ende März verkündete Bundesbildungsministerin Karin Prien, dass die finanzielle Förderung für 200 Projekte des Programms zum Jahresende 2026 ausläuft. Die angekündigten Kürzungen treffen zahlreiche Initiativen, die sich für die Stärkung der Demokratie engagieren (AJS NRW).
Das seit 2014 bestehende Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt Projekte, die demokratische Werte stärken. Seit 2025 ist es zudem Teil der Bundesstrategie gegen Extremismus. Mit dem aktuellen Förderstopp setzt die Bundesregierung die Finanzierung für rund 200 Projekte überraschend aus.
Dem Programm wurde von rechten Akteuren sowie Teilen der CDU/CSU vorgeworfen, einseitig zu fördern. Auch Ministerin Prien kritisierte das Programm aus diesem Grund. Sie will das Förderkonzept umbauen: Zukünftig sollen vor allem Projekte gegen Islamismus, Antisemitismus, Linksextremismus und Hass im Internet verstärkt Unterstützung erhalten (vorwärts.de).
Das Familienministerium plant bis zum Sommer die Erarbeitung neuer Förderrichtlinien. Projekte können sich dann auf Basis dieser neuen Kriterien erneut bewerben. Die künftigen Vergabemodalitäten sind damit bislang offen, was bei vielen Akteuren für Verunsicherung sorgt (FragDenStaat).
Die Kürzungen betreffen bundesweit über 200 Projekte, die bislang mehrere Millionen Euro an Fördermitteln erhielten (Spiegel). Der Schritt ist umstritten und wird kontrovers in der Zivilgesellschaft und unter Experten diskutiert.
Auch demokratieengagierte Initiativen und Bündnisse in NRW sind vom Förderstopp betroffen. Nach Veröffentlichung der neuen Richtlinien durch das Ministerium können sich Projekte auf die erneut ausgeschriebenen Mittel bewerben. Über die Vergabe entscheiden dann die neuen Auswahlkriterien.
Bis zur Verabschiedung der neuen Förderrichtlinie bleibt die Zukunft vieler Demokratieprojekte ungewiss. Klar ist: Der Kurswechsel und die Neuausrichtung der Förderung markieren einen Einschnitt für die Demokratiearbeit in Deutschland und NRW.
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