Hedwig Neven DuMont wird am 9. August 2026 stolze 80 Jahre alt. Wir feiern eine Frau, die Köln mit fast 40 Millionen Euro Spendengeldern und unzähligen…
Am 9. August 2026 wird Hedwig Neven DuMont 80 Jahre alt – und wer sie kennt, weiß: Das ist kein gewöhnlicher Geburtstag. Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester bringt es auf den Punkt: „Ihr Geburtstag ist ein Feiertag für unsere Stadt, denn ihr Lebenswerk verkörpert das soziale Miteinander in Köln.“1 Kein Wunder also, dass ganz NRW auf diese bemerkenswerte Frau schaut.
Was Hedwig Neven DuMont antreibt, beschreibt sie selbst mit entwaffnender Einfachheit: „Ich wache auf und denke, was für ein Glück ich hatte. Davon möchte ich etwas zurückgeben.“1 Und das meint sie ernst – im Großen wie im Kleinen. Nach dem Tod ihres Mannes, des Kölner Verlegers Alfred Neven DuMont, zog sie nach Köln und machte sich eine kleine Morgenrunde zur Gewohnheit: Brötchen und Teilchen beim Bäcker holen – und damit zu Obdachlosen in der Altstadt, damit auch sie ein vernünftiges Frühstück haben.1
Aber Hedwig Neven DuMont macht auch nicht vor Grenzen halt. Bei einer Reise nach Nairobi geriet sie mitten in ein riesiges Slumviertel, das buchstäblich auf Müll gebaut ist – bewaffnete Gestalten inklusive. Begleiter Peter Pauls, früherer Chefredakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“, erinnert sich: „Dass finstere Gestalten um sie herum mit halbautomatischen Waffen fuchtelten, schien Hedwig DuMont nicht im Mindesten zu stören. Sie war schließlich unterwegs, um Kinderschuhe aufzutreiben.“1 Der Wunsch zu helfen war eben stärker als jede Angst.
Untrennbar mit ihr verbunden ist der Verein „wir helfen“, den sie ins Leben gerufen hat. Die Geschichte beginnt 1993, als Hedwig Neven DuMont im „Kölner Stadt-Anzeiger“ zu Spenden für ein Schul- und Therapiehaus für psychisch kranke Kinder aufrief.1 Die Resonanz war überwältigend: Fast eine Million Mark kamen für die sogenannte „Villa Kunterbunt“ zusammen – und ein lange tabuisiertes Thema war plötzlich in aller Munde.
So ging es weiter: Ein sozialer Missstand, eine Notlage, ein konkreter Bedarf – und schon war Hedwig Neven DuMont mit „wir helfen“ zur Stelle.1 Ob Obdachlose, junge Prostituierte ohne Wohnsitz, Flüchtlinge oder Hochwasseropfer – niemand blieb ungehört. Heute unterstützt der seit 1998 gemeinnützige Verein mehr als 160 Projekte im Jahr. Das Gesamtvolumen der Spenden in den vergangenen 28 Jahren beläuft sich auf annähernd 40 Millionen Euro.1 2025 wurde Hedwig Neven DuMont zur Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt, der inzwischen von ihrer Tochter Isabella mitgeführt wird.
Die Feministin Alice Schwarzer hat Hedwig Neven DuMont einmal als „unkonventionell“ Engagierte beschrieben: nie im Vordergrund, aber immer sichtbar.1 Wer sie mit ihrem Smart durch die Stadt kurven sah, um Sozialstationen, Notunterkünfte für Geflüchtete oder Jugendzentren zu besuchen, verstand sofort, was damit gemeint ist. Sie ist keine, die sich mit denen gemein macht, um die sie sich kümmert – aber zugewandt und nahbar in einem Maß, dass sich ihr Herzen und Türen öffnen, wo immer sie hinkommt.1
Peter Pauls beschreibt es so: Wenn Hedwig Neven DuMont mit gewissem Nachdruck in der Stimme sagt „also, ich möchte schon darauf bestehen …“, dann wird es für das Gegenüber eng.1 Kämpferisch, aber immer mit Stil.
Würdigungen ihres Wirkens ließ die Stadt Köln sich nicht lumpen. 2020 verlieh ihr der Rat der Stadt die Ehrenbürgerschaft – als erst zweiter Frau nach der Mäzenin Irene Ludwig.1 Die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker fasste es treffend zusammen: „Hedwig Neven DuMont ist eine Frau der leisen Töne, aber mit einer großen Wirkung.“1 Hedwig Neven DuMont reichte die Auszeichnung symbolisch weiter – an Köln und seine Bürgerschaft. Dazu kommen der NRW-Verdienstorden (2009), das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2006) sowie der Ehrenring des Landschaftsverbands Rheinlands (2015).1
Besonders bemerkenswert: Bereits 2011 hatte sie die „alternative Ehrenbürgerschaft“ erhalten – initiiert von einem Bürgerkomitee, das eigentlich in Opposition zum städtischen Establishment stand. Statt Missklänge zu erzeugen, nahm Hedwig Neven DuMont auch diese Ehrung stellvertretend entgegen – für alle, denen an einem sozialen Köln liegt.1
80 Jahre, ein Leben voller Einsatz, Herzlichkeit und echter Menschlichkeit – Hedwig Neven DuMont hat Maßstäbe gesetzt und Spuren hinterlassen. In der Stadt Köln, aber vor allem bei den ungezählten Menschen, denen sie geholfen hat.1 Von uns bei Antenne NRW: Herzlichen Glückwunsch zum 80. Geburtstag!
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