Eulenbabys springen vor Hitze aus dem Nistkasten – in NRW leiden Wildtiere unter der Hitzewelle. Wie du helfen kannst und was Tierschützer jetzt erleben.
Es ist gerade echt heftig draußen – und nicht nur für uns Menschen. Die aktuelle Hitzewelle trifft Wildtiere in NRW besonders hart. Im Kreis Wesel spielen sich gerade dramatische Szenen ab: Kleine Eulenbabys, Schwalben und Mauersegler springen aus ihren Nistkästen, weil es dort drin unerträglich heiß wird. Bis zu 80 Grad können sich in solchen Kästen entwickeln. Kein Wunder, dass die Kleinen da raus wollen – leider können viele von ihnen noch gar nicht fliegen.1
„Viele Jungtiere sind aus den Kästen gesprungen“, berichtet Petra Sperlbaum von der Greifvogelstation in der Weseler Schillkaserne. „Sie suchten frische Luft, sind vor der Hitze geflohen.“ Das betrifft Steinkäuze genauso wie Schwalben und Mauersegler. Die Folge: Die Pflegestellen sind übervoll.1
Auch Peter Malzbender, Kreis-Weseler Nabu-Vorsitzender, schlägt Alarm: „Das war viel zu früh, sie konnten noch gar nicht fliegen. So viele haben wir noch nie gehabt.“ Wer überlebt hat, wurde in Auffangstationen aufgepäppelt.1
Besonders bitter: In Eppinghoven wurden drei kleine Eulen gefunden – zwei davon waren bereits verendet. Zwei weitere junge Schleiereulen aus Hamminkeln waren gleich von vier verschiedenen Parasiten befallen. Hitze, Kot und Kadaver in ungepflegten Brutkästen – manche davon wurden laut Sperlbaum 20 bis 25 Jahre lang nie gewartet – sind ein gefährlicher Mix.1
Die gute Nachricht: Du kannst aktiv etwas tun! Tierschützerinnen und Tierschützer geben konkrete Tipps, wie Nistkästen in der Hitze etwas entlastet werden können:1
„Die Kleinen japsen richtig in der Hitze“, sagt Petra Sperlbaum. Wer also einen Nistkasten im Garten hat, sollte jetzt unbedingt mal draufschauen.1
Nicht alle Wildtiere trifft die Hitze gleich hart. Hegeringleiter Werner Schulte gibt einen Überblick: Erwachsene Hasen kommen mit Trockenheit gut zurecht – „seinen Feuchtigkeitsbedarf deckt er durch den Morgentau.“ Junghasen und kleine Kaninchen hingegen haben nicht genug Nahrung gefunden und wurden in der Nabu-Auffangstation in Menzelen-West gepflegt. Auch junge Eichhörnchen mit Unterernährung wurden dort gerettet.1
Rehe, Hirsche und Wildschweine profitieren sogar von der Bewässerung der Felder: Sie folgen den Bewässerungsmaschinen und trinken aus den übrig bleibenden Pfützen. Für Fasane und Rebhühner haben Jägerinnen und Jäger einfache Tränken aufgestellt – früher haben sich die Tiere an Viehtränken bedient, die es heute kaum noch gibt.1
Die aktuelle Hitzewelle ist für viele Jungtiere in NRW eine echte Überlebensprüfung. Schleiereulen, Schwalben, Mauersegler – sie alle brauchen gerade Unterstützung. Wer einen Nistkasten hat, sollte ihn jetzt checken. Und wer ein verletztes oder geschwächtes Wildtier findet, wendet sich am besten direkt an eine lokale Greifvogelstation oder den Nabu. Jedes kleine Leben zählt!1
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