Hitzeschutz in Pflegeheimen wird immer wichtiger: NRW-Gesundheitsminister Laumann besuchte das Alfred-Delp-Haus in Dinslaken und zog klare Schlüsse für ganz…
Der Sommer 2026 macht es wieder deutlich spürbar: Die Temperaturen bleiben seit Wochen überdurchschnittlich hoch – und das trifft niemanden härter als ältere Menschen in Pflegeheimen. „Natürlich macht das einem Sorgen“, sagt Wilhelm Hasselkamp, 85 Jahre alt und seit fünf Jahren Bewohner des Alfred-Delp-Hauses in Dinslaken. Dass es von Jahr zu Jahr wärmer und trockener werde, merke er deutlich.1 Wir hatten das Thema bereits aufgegriffen – in einem früheren Beitrag über den Hitzeschutz der Caritas in Dinslaken haben wir gezeigt, wie das Alfred-Delp-Haus als Vorreiter gilt.2 Jetzt gibt es neue Entwicklungen – und prominenten Besuch.
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich am Mittwoch persönlich ein Bild vor Ort gemacht und das Alfred-Delp-Haus in Dinslaken besucht. Sein Fazit: Viele Pflegeeinrichtungen seien beim Thema Hitzeschutz bereits gut aufgestellt – aber die Herausforderung wachse. „Die Zahl heißer Tage nimmt zu, und weitere Anstrengungen sind notwendig“, so Laumann.1
Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen auch diese Zahlen: Das Robert-Koch-Institut hat in NRW in diesem Sommer bereits rund 2.300 Hitzetote gezählt. Besonders erschreckend: Im Juni mussten sogar zwei Pflegeheime in Krefeld und Dormagen wegen der Hitze evakuiert werden. Laumann betonte jedoch, dass die meisten Hitzetoten nicht in Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen gestorben seien, sondern im privaten Umfeld.1
„Zwei zu viel. Aber es zeigt auch, dass man in anderen Einrichtungen die Situation im Griff hatte.“ – Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister NRW
Das Alfred-Delp-Haus setzt seit Jahren auf ein durchdachtes Hitzeschutzkonzept. Elektrische Außenjalousien halten die Sonne aus den Bewohnerzimmern fern, ohne dabei auf frische Luft und Tageslicht verzichten zu müssen. Speisesäle und Cafeteria sind klimatisiert und stehen rund um die Uhr offen – wer sich im Zimmer nicht wohlfühlt, kann sich dort jederzeit abkühlen. Auch für das Personal gibt es einen eigenen klimatisierten Aufenthaltsraum.1
Caritas-Direktor Michael van Meerbeck erklärt den Ansatz so: „Wir haben das Haus vor 21 Jahren so gebaut, dass es einem niederrheinischen Sommer standhält.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Selbst an besonders heißen Tagen wurden im Gebäude bislang nicht mehr als 29 Grad Celsius gemessen.1
Doch die Caritas in Dinslaken gibt sich damit nicht zufrieden. Künftig sollen alle Flure klimatisiert werden – die gekühlte Luft soll dann über geöffnete Türen auch die Bewohnerzimmer erreichen. Ein cleverer Ansatz, der zeigt: Hitzeschutz ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.1
Gesundheitsminister Laumann macht keinen Hehl daraus, dass das Thema weit über einzelne Pflegeheime hinausgeht. „Extremhitzeschutz ist Gesundheitsschutz. Es ist nicht nur eine Frage von Wohlfühlen“, sagte er beim Besuch in Dinslaken. Der Umgang mit extremer Hitze werde künftig alle Bereiche des Staates – und die gesamte Gesellschaft – herausfordern. Besonders im Blick: Menschen, die mehr als andere unter den heißen Temperaturen leiden. Für die kommenden Monate kündigte Laumann an, dass sein Ministerium die Folgen dieses heißen Sommers intensiv auswerten werde.1
Das Alfred-Delp-Haus in Dinslaken bleibt damit nicht nur ein lokales Vorzeigebeispiel, sondern könnte als Modell für ganz NRW dienen – und zeigt, dass guter Hitzeschutz mit der richtigen Einstellung und den richtigen Maßnahmen machbar ist.2
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