LAP Coffee eröffnet seine fünfte Filiale in Köln – mit einem Cappuccino für 2,50 Euro. Was lokale Röstereien dazu sagen und warum der Kaffee-Krieg in der…
Stell dir vor, du schnappst dir auf dem Weg zur Arbeit einen Cappuccino – für gerade mal 2,50 Euro. Klingt gut? Genau das ist das Versprechen von LAP Coffee, der Berliner Kaffee-Kette, die gerade Köln im Sturm erobert. In der Hahnenstraße, direkt um die Ecke vom Rudolfplatz, steht die nächste Filiale kurz vor der Eröffnung – es wäre bereits die fünfte in der Domstadt. Und die macht schon jetzt mächtig Eindruck: Blaue Fassade, LAP-Logo, und ein Zettel an der Scheibe mit der Aufschrift „Scan for free coffee“. 1
Wie macht LAP Coffee das überhaupt möglich? Das Geheimnis liegt im Baukasten-Prinzip: Die Läden sind bewusst klein gehalten, Abläufe konsequent standardisiert – das drückt die Kosten runter. „Diese Filialen sind schnell fertig, weil relativ alles dabei ist“, erklärt ein Unternehmenssprecher. Drinnen dominiert Edelstahl, Kugellampen und tiefblaue Farbe – ein Store, der klar auf den schnellen Kaffee to go ausgerichtet ist, nicht auf stundenlanges Verweilen. 1
LAP-Gründer und CEO Ralph Hage macht klar, warum es ausgerechnet Köln trifft: „Wir hatten aus keiner Stadt so viele Anfragen wie aus Köln.“ Die Stadt habe eine lebendige Straßen- und Veedelkultur, die Menschen seien viel unterwegs. „Wir gehen dorthin, wo die Nachfrage am stärksten ist – und das war ganz klar Köln.“ Weitere Filial-Eröffnungen in den nächsten Wochen sind laut Unternehmen aber erstmal nicht geplant. „LAP will wachsen, die Kölner begeistern und nicht Köln überrennen“, so der Sprecher. 1
LAP ist übrigens nicht das einzige Konzept, das gerade in Köln auf Expansionskurs ist. Die chinesische Kette Cotti Coffee – erst 2022 gegründet – betreibt bereits drei Filialen in der Stadt. Das Modell klingt vertraut: kleine Läden, Kaffee zum Mitnehmen, App-basierte Bestellung und aggressive Preise. Neben Köln expandiert Cotti auch in Düsseldorf und Berlin. Für Kölner Kaffeetrinker läuft das auf eines hinaus: Der Preiskampf um die günstigste Tasse der Stadt nimmt ordentlich Fahrt auf. 1
Nicht alle finden diese Entwicklung cool. Dirk Barthelmeß, Geschäftsführer der Kölner Rösterei moxxa.caffè, bringt es auf den Punkt: „Kaffee ist Kulturgut, nicht Fast-Coffee.“ Sein Urteil über die neuen Ketten ist scharf – er vergleicht deren Produkt mit einem Burger-Patty von der Fast-Food-Kette und sagt: „Ungefähr so nah am Herzen wie ein Patty von McSoundso.“ Für ihn ist klar, dass hinter dem Billigpreis immer jemand steckt, der am Ende draufzahlt. 1
Ähnlich sieht es Moritz Eylandt von der Kölner Rösterei Heilandt. Er erkennt zwar eine klare Zielgruppe für das LAP- und Cotti-Konzept an – „markenaffine Gäste mit wenig Zeit oder/und weniger Kaufkraft“ – warnt aber davor, die Debatte nur auf den Endpreis zu reduzieren. „Dieser Wert beginnt am Anfang der Wertschöpfungskette – bei den Produzentinnen.“ Heilandt sieht sich selbst als „hoch spezialisiertes Café“ und Wohlfühlort – also als das genaue Gegenteil vom funktionalen Kaffee-Stop. 1
Auch der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA meldet sich zu Wort und warnt: Die Kampfpreise könnten zunächst Konkurrenten aus dem Markt drängen – um die Preise danach spürbar anzuheben. 1
LAP-Gründer Hage lässt die Kritik nicht unkommentiert stehen. „Wir glauben nicht, dass eine lebendige Kaffee-Kultur dadurch entsteht, dass guter Kaffee teuer bleiben muss.“ Als Beleg zieht das Unternehmen einen Berliner Standort heran: Im Umkreis von rund 500 Metern hätten zwölf neue Kaffee-Läden eröffnet – und kein einziger habe zugemacht. Ob das auch für Köln gilt, wird sich zeigen. Fest steht: Die Domstadt wird zur spannenden Bühne für einen echten Kaffee-Krieg – und ihr als Kölner mittendrin! 1
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