Köln wird Modellstadt für „Cooles NRW
Das Thema Klimaresilienz in NRW bekommt gerade richtig Fahrt. Wie wir in einem früheren Beitrag zu „Cooles NRW“ schon berichtet haben, sollen Städte in Nordrhein-Westfalen besser gegen Hitze und extreme Wetterereignisse gewappnet werden. Jetzt gibt es neue Entwicklungen – und die haben es in sich.1
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) hat das Programm „Cooles Nordrhein-Westfalen“ offiziell gestartet – und dabei einen Partner an Bord geholt, den man so vielleicht nicht erwartet hätte: den Versicherungskonzern Zürich Versicherungen. Yep, richtig gelesen. Eine Versicherung und ein Bundesland arbeiten jetzt gemeinsam daran, unsere Städte klimafitter zu machen.1
Den Anfang macht die Domstadt: Köln wird zur Modellkommune für das Projekt. Das Land steckt rund 100.000 Euro in die Initiative. Ziel ist es, 25 besondere Standorte in Köln zu identifizieren, an denen hohe Hitze auf schutzbedürftige Menschen oder wichtige kommunale Einrichtungen trifft.1 Konkret geht es um Orte wie Schulen, Altersheime, Krankenhäuser – aber auch um öffentliche Plätze, wo im Sommer die Temperaturen so richtig hochkochen.2
Die Experten schauen sich dabei unter anderem Beschattung, Bodenversiegelung, Gebäudebelastung und die Qualität öffentlicher Räume an. Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) nennt die Auswahl seiner Stadt ein „starkes Signal“ – denn Köln steht vor echten Herausforderungen: Mit dem Ziel von 6.000 neuen Wohnungen pro Jahr kommt man nicht drumherum, auch in der Innenstadt nachzuverdichten. Da muss man aufpassen, dass neue Gebäude nicht gleich zur nächsten Hitzefalle werden.1
Die Logik dahinter ist eigentlich simpel: Laut der Europäischen Umwelt-Agentur beliefen sich die wirtschaftlichen Schäden durch Unwetter in Europa zwischen 2020 und 2024 auf rund 45 Milliarden Euro – in den 1980er-Jahren waren es noch etwa zehn Milliarden Euro.1 Klar, dass Versicherungskonzerne da ein starkes Interesse haben, gegenzusteuern.
Carsten Schildknecht, Deutschland-Chef von Zürich Versicherungen, erklärt, dass man die Methodik der sogenannten Risiko-Ingenieure ursprünglich für Großunternehmen entwickelt hat. Jetzt kommt sie eben auch Kommunen zugute. Die Idee: „Wo bekommt man für den Euro den meisten Schutz?“ Als Beispiel werden windgeschützte Segel über Schulhöfen genannt, die Schatten spenden und für Abkühlung sorgen.1
Bauministerin Scharrenbach nutzte die Gelegenheit auch, um auf Fehler der Vergangenheit hinzuweisen. Ein Paradebeispiel: Wärmedämmung, bei der man es früher so weit getrieben hat, dass die Hitze zwar super reinkam – aber im Sommer nicht mehr raus konnte. Oder das bis 2024 geltende Verbot in der Landesbauordnung, Wohn- und Schlafräume nach Norden auszurichten. Was früher als sonnendurchfluteter Wohntraum gedacht war, ist heute für viele eine echte Hitzefalle.1
Genau solche Fehlentwicklungen will man mit der neuen Kooperation aufspüren und abstellen. Die Erkenntnisse aus Köln sollen dann als Blaupause für andere Kommunen in ganz NRW dienen – und womöglich sogar bundesweit Schule machen.2
Das Programm „Cooles NRW“ soll außerdem Teil einer gemeinsamen Initiative mit Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Schleswig-Holstein werden. Die Länder haben bereits vorgeschlagen, dass der Bund ein einmaliges 500-Millionen-Euro-Programm auflegen soll – für Maßnahmen, die binnen zwölf Monaten in den Kommunen umgesetzt werden können.1
Kurz gesagt: NRW macht beim Klimaschutz gerade wirklich Nägel mit Köpfen. Köln ist erst der Anfang – und wir bleiben für euch dran, wie sich das Projekt entwickelt. Heiß bleibt’s trotzdem – aber hoffentlich bald etwas kontrollierbarer. ☀️
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