Nach dem tödlichen CSD-Angriff in Berlin zeigt Köln Solidarität: Ein queerer Gottesdienst in der St. Johannes-Kirche gibt Raum für Trauer und Gemeinschaft.
Was am Samstagabend in Berlin passierte, hat viele Menschen in ganz Deutschland erschüttert: Ein Mann fuhr am Rande des Christopher Street Day ein Auto in eine Menschenmenge. Eine Frau verlor dabei ihr Leben, 16 weitere Personen wurden verletzt – drei davon lebensbedrohlich. Der Täter ist polizeibekannt und wird laut Berichten der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet.1 Die Berliner Polizei fahndet weiter nach ihm.
Doch nicht nur Berlin reagiert auf diesen Schock. Auch Köln macht deutlich: Wir stehen zusammen.
Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) fand klare Worte: Er bezeichnete den Angriff als Attacke gegen die Werte, für die der CSD steht – Freiheit, Vielfalt, Respekt und ein friedliches Miteinander.1 „Köln steht fest an der Seite der queeren Community“, betonte er. Und weiter: „Als Stadt der Vielfalt werden wir auch künftig alles dafür tun, dass Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität frei, sicher und ohne Angst leben und feiern können.“1
Starke Worte – und ein starkes Zeichen aus einer Stadt, die für genau diese Werte bekannt ist.
Besonders bewegend: Die Queere Kirche in Köln und Region lud noch für Sonntagabend zu einem Gottesdienst in die evangelische St. Johannes-Kirche ein. Die Veranstalter, die zum evangelischen Kirchenkreis-Mitte gehören, kündigten an, Raum geben zu wollen für Trauer, Klage, Gebet und Solidarität.1 Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen können – um gemeinsam zu trauern und gemeinsam stark zu sein.
Dass Kirche und queere Community hier Hand in Hand handeln, ist ein wichtiges Signal. Glaube und Solidarität schließen sich eben nicht aus – ganz im Gegenteil.
Kirche als Ort des Zusammenhalts – das ist kein neues Thema. Schon in einem früheren Beitrag haben wir uns damit beschäftigt, wie kirchliche Einrichtungen soziale Netzwerke stärken und Menschen in ihrer Umgebung unterstützen: 50 Jahre Gemeindecaritas im Erzbistum Köln zeigt, wie langfristiges Engagement und lokale Vernetzung echten Unterschied machen können.2 Was jetzt in Köln passiert, ist ein weiteres Beispiel dafür: Kirche ist dann am stärksten, wenn sie für die Menschen da ist – gerade in schwierigen Momenten.
Der Angriff in Berlin ist ein Angriff auf alle, die für Offenheit und Vielfalt eintreten. Umso wichtiger ist es, jetzt zusammenzuhalten – ob in Berlin, Köln oder irgendwo sonst in NRW. Köln macht vor, wie das geht: mit klaren politischen Statements, mit offenen Kirchtüren und mit einem Gottesdienst, der Raum lässt für all das, was gerade viele bewegt.1
Haltet zusammen. Für Vielfalt. Für Respekt. Für Freiheit.
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