Margarete Haase, Chefin des Kölner Arbeitgeberverbands Kölnmetall, mahnt zur Eile: Deutschland muss handeln, bevor die internationale Konkurrenz davonzieht.
Während der Kölner Zoo zuletzt mit erfreulichen Nachrichten aufwartete – in einem früheren Beitrag haben wir über die spektakuläre neue Giraffen-Anlage berichtet – schlägt aus der Kölner Wirtschaftswelt jemand ganz andere Töne an: Margarete Haase, Chefin des Arbeitgeberverbands Kölnmetall, richtet eine klare Botschaft an die Politik. Ihr Credo: Deutschland kann es sich schlicht nicht leisten, im Diskussionsmodus zu verharren, während die internationale Konkurrenz längst handelt.1
Margarete Haase ist seit 2014 Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Kölnmetall, dem Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie in der Region Köln. Als Stimme der regionalen Industrie spricht sie damit für zahlreiche Unternehmen, die täglich spüren, wie das wirtschaftliche Umfeld härter wird.1
Haase bringt es auf den Punkt: „Während wir diskutieren, werden anderswo Fabriken gebaut, Investitionen getätigt und neue Technologien skaliert.“ Das ist keine Übertreibung zur Effekthascherei – es ist eine nüchterne Bestandsaufnahme der globalen Realität. Andere Länder warten nicht auf Deutschland, bis hierzulande jede Debatte zu Ende geführt ist.1
Dabei erkennt die Kölner Arbeitgeber-Chefin durchaus an, dass die Bundesregierung mit ihrem Programm für Aufschwung und Beschäftigung ein wichtiges Signal gesetzt hat. Nach langen Diskussionen und teils öffentlich ausgetragenen Differenzen innerhalb der Koalition liegt nun ein gemeinsames Maßnahmenpaket auf dem Tisch – und das sei in der aktuellen Lage keine Selbstverständlichkeit.1
Haase macht sich keine Illusionen: Ein politischer Kompromiss kann nicht perfekt sein. Aber sie sieht das Paket trotzdem als Schritt in die richtige Richtung. Denn es greift an mehreren Stellen auf, wo Wirtschaft, Verbände und Unternehmen seit Jahren Reformbedarf anmahnen:1
Für Haase zählt dabei vor allem eines: politische Handlungsfähigkeit, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, tatsächlich Entscheidungen zu treffen – statt sie auf unbestimmte Zeit zu vertagen.1
Für Nordrhein-Westfalen als größtes Industrieland Deutschlands treffen Haases Worte besonders ins Mark. Die Metall- und Elektroindustrie ist eine der tragenden Säulen der regionalen Wirtschaft – und genau diese Branche braucht verlässliche Rahmenbedingungen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Investitionen fließen dorthin, wo Planungssicherheit herrscht und Prozesse nicht ewig dauern.1
Der Appell aus Köln ist also auch ein Appell für die ganze Region: Tempo machen, Bürokratie abbauen, Zukunftstechnologien fördern. Denn die Konkurrenz wartet wirklich nicht – und die Zeit läuft.
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