Gentleman ist zurück: Der Kölner Reggae-Star spricht über sein neues Album „Gratitude
Er ist eine echte Kölner Institution: Tilmann Otto, besser bekannt als Gentleman, ist seit 30 Jahren eine feste Größe im deutschen Reggae. Songs wie „Dem Gone“, „Superior“ oder „To the Top“ haben ihm Gold- und Platin-Auszeichnungen sowie über 20 Singles in den deutschen Top 100 eingebracht. Und jetzt ist er nach einer vierjährigen Schaffenspause mit brandneuem Musik-Stoff zurück!1
Sein neuntes Studioalbum hört auf den Namen „Gratitude“ – und der Titel ist Programm. Die 17 neuen Songs entstanden auf Mallorca, in Jamaika und in Miami, ganz ohne Erwartungsdruck oder Vertragsfristen.1 Auslöser war ein entspannter Studio-Besuch mit seinem Kumpel und Produzenten Clayton Hamilton: „Wir haben ein paar Bierchen getrunken und haben uns gesagt: Let’s have some fun. Dann haben wir ohne Druck angefangen. Plötzlich sind richtig gute Dinger entstanden.“1
Auf dem Album finden sich zahlreiche Kollaborationen – unter anderem mit Queen Omega, Collie Buddz, Nico Santos und Michael Patrick Kelly. Kein Marketing-Kalkül, sondern echte Freundschaft: „Die Zusammenarbeit war nicht aus marktstrategischen Gründen oder als Auftragsarbeit.“1 Das hört man.
Dass überhaupt vier Jahre zwischen den Alben lagen, hatte gleich mehrere Gründe. Einerseits eine kreative Erschöpfung – „Ich habe mich leer gefühlt. Mehr oder weniger hatte ich jede Melodie schon einmal gehört“ – andererseits auch gesundheitliche Probleme. Ein weit fortgeschrittener Bandscheibenvorfall zwang ihn dazu, eine Südamerika-Tour abzusagen und sich einer OP zu unterziehen.1 Das Ergebnis? „Als ich danach aufgewacht bin, waren auf einmal die Schmerzen weg. Jetzt fühle ich mich wie 25.“1 Das klingt nach einer ordentlichen Portion Dankbarkeit – passend zum Albumtitel.
Gentleman pendelt seit Jahren zwischen Köln und Kingston, der Hauptstadt von Jamaika. Aufgewachsen in der Kölner Südstadt, hat er als Jugendlicher auf der Domplatte geskatet und in der Schildergasse Breakdance gemacht – genau dort, wo er die ersten Reggae-Klänge aus Jamaika hörte.1 Über die Jahre zog er quer durch die Stadt: Neumarkt, Nippes, Mülheim, Belgisches Viertel, Kwartier Latäng und schließlich Hahnwald.
Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat sein damaliges Zuhause im Hahnwald zerstört, seitdem lebt er mit seiner Familie überwiegend auf Mallorca. Doch in Köln hat er noch ein Häuschen in Erftstadt-Erp, seine Eltern sind dort, und sein Bruder betreibt das Restaurant Wicleff in Ehrenfeld. Die Verbindung bleibt ungebrochen: „Mich bekommt man aus Köln nicht weg.“1
Im Herbst 2026 geht Gentleman auf Tour, und das absolute Highlight steht am 12. November 2026 auf dem Plan: das Heimspiel im Kölner Palladium.1 Auf der Setlist stehen zehn Songs vom neuen Album plus alte Klassiker – und ein paar Überraschungsgäste sollen auch dabei sein. „Das Heimspiel ist natürlich etwas Besonderes. Im Palladium waren alle Konzerte Bombe.“1
Wer also schon immer mal wissen wollte, wie sich 30 Jahre Reggae-Geschichte live anfühlen – das könnte eure Chance sein. Von der Domplatte ins Palladium: Gentleman macht deutlich, dass er noch lange nicht fertig ist.
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