Leihräder und E-Scooter für den Kölner Norden: Die Bezirksvertretung Chorweiler hat 21 mögliche Standorte für stationsgebundene Leihstationen beschlossen.
Wer im Bezirk Chorweiler lebt, kennt das Problem nur zu gut: Der ÖPNV hat hier massive Lücken – unzureichende Stadtbahn-Anbindung, unzuverlässige S-Bahnen und ein lückenhafter Bus-Takt machen den Alltag für viele Menschen richtig anstrengend. Und das in einem Bezirk, der mit 67 Quadratkilometern einfach riesig ist – die meisten Ziele sind schlicht nicht fußläufig zu erreichen. Jetzt hat die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Chorweiler eine Idee auf den Tisch gelegt, die das ändern soll.1
Leihfahrräder und E-Scooter – die kennt ihr natürlich aus der Kölner Innenstadt. Dort stehen sie manchmal mitten auf Rad- und Gehwegen rum, was absolut nervig ist. Genau das soll im Kölner Norden aber nicht passieren. Die CDU-Fraktion hat in einem Prüfantrag explizit auf ein stationsgebundenes System gesetzt, also feste Abstellflächen statt wildem „Free Float“.1
Cäcilia Nesseler (CDU) brachte es auf den Punkt: „In unseren dörflich geprägten Stadtteilen sind Straßen und Bürgersteige oft sehr eng geschnitten, außerdem haben wir viele grüne Landschaftsschutzgebiete – ein ‚wildes‘ Abstellen von Leihrädern oder -Scootern an diesen Punkten wollen wir vermeiden, darum geht es uns explizit um ein stationsgebundenes System.“1 Technische Lösungen wie Geofencing und ein entsprechend beauftragter Ordnungsdienst sollen sicherstellen, dass die Abstellzonen auch wirklich eingehalten werden.
Konkret schlägt der Antrag ganze 21 mögliche Standorte für Leihstationen vor. Mit dabei sind zum Beispiel:1
Das klingt nach einem echten Upgrade für die Alltagsmobilität – vor allem für alle, die das Problem der „letzten Meile“ zwischen ÖPNV und Haustür kennen.
Marc Kersten von den Grünen begrüßte den Antrag grundsätzlich, wies aber darauf hin, dass die KVB laut Recherchen seiner Fraktion rund eine Million Euro investieren müsste, um den Bezirk flächendeckend mit Leihrädern zu versorgen. Da jedoch auch private Anbieter angesprochen werden, sieht er darin eine „positive Entwicklungsmöglichkeit“. Die AfD-Fraktion brachte mündlich einen Änderungsantrag ein, der zusätzliche Ahndungsmöglichkeiten gegen wildes Abstellen forderte – Nesseler sah diesen Punkt aber mit dem ursprünglichen Antrag bereits ausreichend abgedeckt.1
Am Ende wurde der Antrag in seiner ursprünglichen Form beschlossen. Ein erster Schritt also – auch wenn jetzt natürlich die eigentliche Arbeit erst beginnt.
Wenn ihr im Kölner Norden lebt oder dort unterwegs seid, könnte das mittelfristig bedeuten: Flexibler von A nach B kommen, ohne auf ein Auto angewiesen zu sein. Gerade in Kombination mit dem bestehenden ÖPNV-Netz – so lückenhaft es auch ist – klingt das nach einem echten Mehrwert für die Alltagsmobilität im Bezirk Chorweiler. Wir bleiben für euch dran!1
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