Matcha ist der große Trend in Köln – doch was steckt wirklich in der teuren Dose? Wir klären, was du beim Kauf beachten solltest.
Von der Ehrenstraße bis zur Eisdiele: Matcha ist in Köln längst kein Geheimtipp mehr. Das leuchtend grüne Pulver landet als Latte, Eis oder Smoothie-Zutat in immer mehr Händen – und das zu Preisen von 20 bis 70 Euro pro Dose. Klingt edel, klingt gesund, klingt nach Superfood. Aber stimmt das auch? Ein ZDF-Beitrag mit dem Titel „Matcha: Teuer – Fake – Gefährlich?“ hat den Hype genauer unter die Lupe genommen – und die Antworten sind überraschend nüchtern.1
Hier kommt direkt der erste Dämpfer: Der Begriff „Matcha“ ist in Deutschland lebensmittelrechtlich nicht geschützt. Das stellt die Verbraucherzentrale NRW klar.1 Das bedeutet: Jeder darf sein Grüntee-Pulver als Matcha bezeichnen – egal, ob der aufwendige, traditionelle Herstellungsprozess wirklich eingehalten wurde oder nicht.
Echtes Matcha entsteht dadurch, dass Teepflanzen vor der Ernte beschattet werden. Dieses Verfahren beeinflusst Farbe, Geschmack und am Ende auch den Preis. Das Pulver wird anschließend mit Granitsteinen gemahlen – gerade mal 30 Gramm pro Stunde pro Stein. Das macht das Produkt aufwendig und teuer. Aber eben nicht automatisch das, was auf der Verpackung draufsteht.
Besonders trickreich: Manchmal prangt groß „Matcha“ auf der Packung, obwohl nur eine winzige Menge des Pulvers tatsächlich enthalten ist. Daher lohnt sich immer ein genauer Blick auf die Zutatenliste.1
Matcha soll Krebs vorbeugen, das Herz schützen und beim Abnehmen helfen – so zumindest die Versprechen vieler Anbieter. Klingt verlockend, oder? Das Problem: Für diese Gesundheitsversprechen gibt es laut ZDF und Verbraucherzentrale keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege.1 Die vermeintlich gesundheitsfördernde Wirkung ist schlicht nicht ausreichend nachgewiesen.
Und dann ist da noch das Thema Schadstoffe. Teepflanzen können je nach Anbaugebiet Aluminium aufnehmen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte 2019 in einzelnen Matcha-Proben hohe Aluminiumgehalte festgestellt. Dazu kommt: Matcha kann auch Blei enthalten. Und weil das Pulver nicht wie normaler Tee abgefiltert wird, sondern direkt mitgetrunken wird, nimmst du alle enthaltenen Stoffe vollständig auf.1
Das klingt erstmal beunruhigend – aber keine Panik. Die Verbraucherzentrale gibt klare Empfehlungen, damit du Matcha trotzdem genießen kannst:1
Noch ein wichtiger Hinweis: Matcha kann je nach Rezeptur ähnlich viel Koffein enthalten wie ein Espresso.1 Das macht es für Kinder ungeeignet – und auch Menschen, die empfindlich auf Koffein reagieren, sollten aufpassen. Besonders Schwangere und Stillende sollten vorsichtig sein.
Matcha ist in Köln voll im Trend – und das bleibt wohl auch so. Wer das grüne Pulver liebt, muss es nicht direkt aus dem Regal verbannen. Aber: Ein hoher Preis garantiert keine Top-Qualität, und vollmundige Superfood-Versprechen sind mit Vorsicht zu genießen. Schau genau hin, was in deiner Dose steckt, halt dich an die Mengenempfehlungen – und wechsel ruhig mal die Marke. Dann kannst du den grünen Trend entspannt mitmachen.1
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