Bielefeld reformiert seine Baulandstrategie: CDU und SPD setzen auf mehr Transparenz und Wohnraum, die Zwei-Hektar-Grenze sorgt für neue Regeln.
Wohnraum schaffen und gleichzeitig Baugrundstücke bezahlbar halten – genau das war das Ziel der Bielefelder Baulandstrategie. Jetzt gibt’s ein Update: Der Rat der Stadt hat mit den Stimmen von CDU und SPD beschlossen, das Konzept zu überarbeiten. Wie Radio Bielefeld berichtet, sollen die Verfahren dadurch effizienter und transparenter werden.
Die ursprüngliche Baulandstrategie sollte vor allem die Preise für Baugrundstücke niedrig halten. Mit der Reform wollen CDU und SPD aber auch erreichen, dass mehr Wohnraum entsteht, wie das Westfalen-Blatt berichtet. Ein zentraler Punkt der Neuregelung: Bei neuen Flächen soll die Baulandentwicklung laut Radio Bielefeld künftig erst ab einer Größe von mehr als zwei Hektar greifen.
Damit setzen die beiden Fraktionen einen Punkt aus ihrem Koalitionsvertrag um. Das Westfalen-Blatt schreibt, dass die CDU das Instrument in der Vergangenheit sogar zeitweise aussetzen wollte. Jetzt haben sich CDU und SPD auf einen Kompromiss geeinigt. Ridvan Ciftci von der SPD betonte laut Westfalen-Blatt, dass das Instrument einer aktiven Bodenpolitik dadurch erhalten bleibe.
Nicht alle Fraktionen im Rat sehen die bisherige Baulandstrategie gleich. Am Beispiel des Plangebiets Amerkamp in Oldentrup zeigt sich laut Westfalen-Blatt der unterschiedliche Blick auf das Konzept: Für die Grünen gilt das Gebiet als Beleg für den Erfolg der bisherigen Strategie. Die FDP sieht darin dagegen den Beweis, dass das Konzept in seiner bisherigen Form den Wohnungsbau eher ausgebremst hat. Genau an diesem Gebiet will die Stadt nun überprüfen, wie erfolgreich die Baulandstrategie tatsächlich war.
Mit der neuen Zwei-Hektar-Grenze und dem Ziel von mehr Transparenz und Effizienz versucht die Stadt Bielefeld, einen Mittelweg zwischen bezahlbarem Bauland und zügigerem Wohnungsbau zu finden. Ob die Reform tatsächlich dazu führt, dass schneller und mehr gebaut wird, dürfte sich erst in den kommenden Jahren an neuen Plangebieten zeigen. Klar ist aber: Das Prinzip einer aktiven städtischen Bodenpolitik bleibt in Bielefeld erhalten – nur eben mit angepassten Regeln.
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