Über 25.000 Menschen demonstrierten am 12. September in Düsseldorf gegen die AfD – fast dreimal so viele wie erwartet.
Was für ein Samstag in Düsseldorf! Die Anti-AfD-Demo in der NRW-Landeshauptstadt hat alle Erwartungen gesprengt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wir hatten euch in einem früheren Beitrag bereits von der beeindruckenden Demonstration berichtet. Jetzt sind die finalen Zahlen da – und die lassen sich sehen: Mehr als 25.000 Menschen zogen am 12. September durch die Innenstadt Düsseldorfs bis zur Abschlusskundgebung im Rheinpark.1
Zum Vergleich: Die Veranstaltenden von „Prüf NRW“, „Düsseldorf stellt sich quer“ (DSSQ) und dem „Düsseldorfer Appell“ hatten im Vorfeld mit rund 10.000 Teilnehmenden gerechnet. Am Ende verdreifachte sich die Zahl beinahe.1 Sechs Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kamen Menschen im Alter zwischen drei und 93 Jahren auf die Straße – ein klares Signal, das weit über Düsseldorf hinaus wahrgenommen wurde.2
Weil immer mehr Menschen aus Richtung des Hauptbahnhofs zur Demo strömten, verzögerte sich der Start. Als die Spitze des Zuges bereits die Königsallee passiert hatte, waren die letzten Teilnehmenden am DGB-Haus an der Friedrich-Ebert-Straße noch gar nicht losgezogen. Teilnehmerin Nicole Weschke aus Düsseldorf-Oberbilk brachte es auf den Punkt: „Ich hätte nicht erwartet, dass es so voll wird. Anscheinend hat das Ergebnis der Sachsen-Anhalt-Wahl dann doch viele Menschen mobilisiert.“1
Unter dem Motto „Kein Schritt zurück! Gegen AfD und rechte Hetze!“ skandierten die Teilnehmenden lautstark „Nazis raus“. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: „AfD-Verbot jetzt!“, „Kein Platz für Rattenfänger“ oder „EkelhAfD“. Es wehten viele Regenbogenfahnen, und die Polizei sprach am Abend von einem sehr friedlichen Verlauf.1 Die Demo spiegelte damit die kreative und vielfältige Protestkultur wider, die schon beim Auftakt dieser Bewegung in NRW deutlich wurde.2
Auf dem Lautsprecherwagen der „Prüf NRW“-Initiative sprachen unter anderem Superintendent Heinrich Fucks für den Düsseldorfer Appell, Fabian Vierchow von der Hochschule Düsseldorf sowie Birgit Spenger von Verdi. Ebenfalls am Mikro: die Dozentin Bahar Aslan aus NRW. Bei der Abschlusskundgebung im Rheinpark gab es Redebeiträge von Schauspielerin Anna Betz, Caro Baum aus dem Zakk und Jana Goller aus der Poetry-Slam-Szene. Musikalisch sorgten die junge Band „Crimson Bloom“ und die Indie-Formation „Haller“ für Stimmung.1
Mitveranstalter Oliver Ongaro vom Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ zog ein klares Fazit: „Das war wirklich der Wahnsinn. Wir werden der AfD weder die Parlamente noch die Straßen überlassen. Gegen den Rechtsruck braucht es eine starke antifaschistische Zivilgesellschaft.“1
Am Ende des Tages war die Stimmung in der Stadt ohnehin ausgelassen: Auch Fortuna Düsseldorf gewann an diesem Tag das Derby gegen den MSV Duisburg mit 2:1. Viele rot-weiße Fans gesellten sich auf dem Weg von der Arena zur Abschlusskundgebung noch zur Demo hinzu. DGB-Chefin Sigrid Wolf und Superintendent Fucks brachten den Tag treffend zusammen: „Das war ein guter Tag für die Demokratie und ein guter Tag für Düsseldorf.“1 Und das bürgerschaftliche Engagement, das sich in Düsseldorf gezeigt hat, steht stellvertretend für eine wachsende Bewegung in ganz Nordrhein-Westfalen.2
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