NRW will Patienten schneller zum richtigen Arzt lotsen: Digitale Ersteinschätzung und Bürokratieabbau im Gesundheitswesen.
Nordrhein-Westfalen will den Weg zum passenden Arzt für Versicherte schneller und effizienter machen. Ein neuer 15-Punkte-Plan setzt dabei besonders auf Digitalisierung und weniger Bürokratie im Gesundheitssystem.
Der von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) vorgestellte Plan sieht vor, lange Wartezeiten auf Arzttermine zu verkürzen. Die Landesregierung setzt auf eine verbindliche Patientensteuerung mithilfe digitaler Ersteinschätzungen sowie auf vereinfachte Formulare in Praxen. Eine Umsetzung auf Bundesebene ist notwendig, die Ausgestaltung des Systems läuft noch.
Kernstück ist der Ausbau der kostenfreien Rufnummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigungen zu einer zentralen Anlaufstelle. Per Telefon oder Online-Abfrage erhalten Patientinnen und Patienten eine Ersteinschätzung zu Akutbeschwerden wie Infekten oder Schmerzen. Dort wird verbindlich geprüft, ob eine Behandlung nötig ist, wie dringend der Fall ist und welche Praxis geeignet ist. Bei chronischen Erkrankungen oder Vorsorgeuntersuchungen ist diese Einschätzung nicht notwendig.
Hintergrund für den Vorstoß sind steigende Krankenkassenbeiträge, Ärztemangel und teils wochenlange Wartezeiten auf Facharzttermine. Die Steuerung der Patienten durch das System soll effizienter und verbindlicher werden. Auch der Abbau von Bürokratie spielt eine zentrale Rolle: Weniger Formulare, einjährige Dauerverordnungen für chronisch Kranke und einfachere Verwaltung bei Hilfsmitteln sollen Praxen entlasten.
Schon jetzt haben zwei Drittel der Versicherten eine Hausarztpraxis. Die Hausärzte – sogenannte Primärversorgungspraxen – sollen Versicherte künftig steuern, behandeln und bei Bedarf gezielt an Fachärzte überweisen. Die Ergebnisse der Ersteinschätzung sind verbindlich, aber die freie Arztwahl bleibt erhalten.
Digitale Lösungen stehen im Mittelpunkt der geplanten Reform: Zukünftig ergänzt eine intelligente, KI-gestützte Software die Ersteinschätzung online oder telefonisch. Termine werden direkt vermittelt, notwendige Daten werden automatisiert in der elektronischen Patientenakte gespeichert. Offen ist aber, wie das System bundesweit umgesetzt wird – Alltag könnte es laut Bundesgesundheitsministerium ab 2028 werden. Verbände und Ärzte unterstützen das Vorhaben grundsätzlich, fordern aber Flexibilität und weitere Verbesserungen bei den Abläufen.
Mehr zur geplanten Steuerung der Patienten und den geplanten Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen finden Sie im ausführlichen Bericht auf ntv.de.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!