Das Kölner N.N. Theater hat Homers „Odyssee“ im Halveraner Rathauspark aufgeführt – mit Witz, Tempo und begeisternden Rollenwechseln vor über 100 Zuschauern.
Stell dir vor: Du sitzt im Rathauspark in Halver, die Sonne geht langsam unter, und plötzlich bricht vor dir der Trojanische Krieg aus. Genau das ist am vergangenen Samstag passiert – und mehr als 100 Theatergänger waren live dabei, als das Kölner N.N. Theater Homers „Odyssee“ unter freiem Himmel zum Leben erweckte.1
Keine staubigen Schulbuch-Erinnerungen, kein zäher Stoff – stattdessen: Witz, Tempo und echte Gänsehaut-Momente. Das N.N. Theater ist in der Region übrigens kein Unbekannter. Wer schon mal auf der Lüdenscheider Waldbühne oder im AFG war, kennt die Truppe und weiß, was sie draufhat.1
Das Besondere an diesem Abend? Irene Schwarz, Michl Thorbecke, Oliver Schnelker und Christine Per schlüpften nicht einfach in feste Rollen – sie „schussterten“ sich die Figur des Odysseus gegenseitig zu. Heißt: Mal war die eine Odysseus, mal der andere. Ein Konzept, das klingt wie es klingt – aber auf der Bühne absolut funktioniert und für rasante Unterhaltung sorgt.1
Für den musikalischen Unterbau sorgte Bernd Kaftan mit Live-Musik. Mal sphärische Klänge, mal ein abgewandelter Schlager – die Reise vom blutigen Krieg in Troja bis zur Heimkehr nach Ithaka war klanglich genauso abwechslungsreich wie erzählerisch.1
Von Polyphem dem Zyklopen über die Zauberin Kirke bis ins Reich der Toten – das Ensemble nahm sein Publikum mit an alle Schauplätze des antiken Epos. Götter wie Zeus, Poseidon und Athene wurden durch Masken dargestellt, ein schiffsähnliches Bühnenbild und wenige, aber markante Requisiten reichten aus, um die Fantasie komplett zu beflügeln.1
Und ja – Parallelen zur Moderne drängten sich auf. Denn Leid und Schuld, Sehnsucht, Vergessen und die Schwächen von Helden – das ist eben zeitlos. Frei nach Homer inszeniert, ohne die Wucht des Originals zu schmälern, brachten die Kölner genau diese Balance auf die Bühne.1
Bevor Odysseus überhaupt in See stach, sorgte Pit Hartling aus Frankfurt für den perfekten Einstieg in den Abend. Der Zauberer mischte sich unter das Publikum und verblüffte mit Kartentricks – kein Wunder, schließlich wurde er damit als 17-Jähriger in Tokio Vize-Weltmeister seines Fachs.1
Wer beim Stichwort „Odyssee“ zuerst an den Griechisch-Unterricht denkt, hat diesen Abend im Halveraner Rathauspark leider verpasst. Das N.N. Theater hat bewiesen, dass antike Stoffe quicklebendig, lustig und mitreißend sein können – unter freiem Himmel noch dazu. Das Ensemble wurde am Ende begeistert gefeiert. Und wer weiß: Vielleicht ist das ja die Motivation, beim nächsten Auftritt früher dabei zu sein. Augen auf, wenn das N.N. Theater wieder in der Region gastiert!
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