Pro-russische Demo in Köln: Am 7. November ziehen Aktivisten an der Deutzer Werft für Frieden mit Russland. Wer steckt hinter Partei und Organisatoren?
Köln steht ein Wochenende mit politischem Aufsehen bevor: Für Samstag, den 7. November 2026, ist an der Deutzer Werft eine Demonstration unter dem Motto „Frieden mit Russland“ angemeldet. Wie aus dem Eintrag auf demokalender.eu hervorgeht, soll die Kundgebung um 12 Uhr starten. Zu den Forderungen der Teilnehmer gehören ein Nein zu Waffenlieferungen, die Beendigung von Sanktionen gegen Russland sowie der Einsatz für Dialog und Verständigung. Als Quelle für die Ankündigung wird ein Telegram-Kanal namens „Aufbruch Frieden“ genannt.
Der Name des Kanals verweist auf die Partei „Aufbruch Frieden-Souveränität-Gerechtigkeit“, die laut Wikipedia am 31. August 2023 gegründet wurde und aus einem gleichnamigen Verein hervorgegangen ist. Vorsitzende der Partei ist die prorussische Aktivistin Elena Kolbasnikova, ihr Stellvertreter ist Markus Beisicht.
Beisicht ist in der nordrhein-westfälischen Politiklandschaft kein Unbekannter. Der Jurist aus Bonn war bis September 2014 Vorsitzender der rechtsextremen Bürgerbewegung pro Köln und bis zu deren Auflösung im März 2019 Vorsitzender der Bürgerbewegung pro NRW, wie Wikipedia dokumentiert. Zudem war er Landesvorsitzender der rechtsextremen Deutschen Liga für Volk und Heimat in NRW. Heute sitzt Beisicht als Mitglied von „Aufbruch Leverkusen“ im Rat der Stadt Leverkusen.
Nach Angaben von Wikipedia versuchte Beisicht bereits 2023, gesellschaftliche Krisen wie den Terrorangriff der Hamas auf Israel für sogenannte „Friedensdemos“ zu instrumentalisieren, um Feindschaft gegen Israel und westliche Partner zu schüren. Bei seiner Zusammenarbeit mit prorussischen Einflussakteuren und Islamisten bilde der Antiamerikanismus den kleinsten gemeinsamen Nenner, heißt es dort weiter.
Auch 2025 holte die Vergangenheit Beisicht ein: Der Wahlausschuss in Leverkusen schloss ihn als Kandidaten von der geplanten Oberbürgermeisterwahl aus, weil er nach Einschätzung des Ausschusses verfassungsfeindliche Ziele verfolge. Grundlage für den Ausschluss war laut Wikipedia ein Bericht des NRW-Verfassungsschutzes.
Die für Samstag angemeldete Demonstration soll an der Deutzer Werft in Köln stattfinden, einem Ort, der in der Vergangenheit bereits mehrfach Schauplatz größerer Kundgebungen war. Weitere Details zum genauen Streckenverlauf oder zur erwarteten Teilnehmerzahl sind den vorliegenden Quellen nicht zu entnehmen. Laut demokalender.eu können sich auch Streamer, die über den Verlauf berichten möchten, im Vorfeld bei der Plattform melden.
Die Ankündigung der Demo fügt sich in eine Reihe von Aktionen ein, mit denen die Partei „Aufbruch Frieden-Souveränität-Gerechtigkeit“ und ihr Umfeld in den vergangenen Jahren für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Angesichts der Biografie von Markus Beisicht, der laut Wikipedia seit Jahrzehnten in rechtsextremen Zusammenhängen aktiv ist, dürfte die Kundgebung am Samstag in Köln auch über die Domstadt hinaus Beachtung finden.
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