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Tankrabatt: Jetzt ist es amtlich – nicht alles kommt bei euch an
5. November 2026

Das Bundeskartellamt bestätigt: Der Tankrabatt kam im Oktober nicht vollständig an. Diesel zu 90 Prozent weitergegeben, Benzin nur zu 60 Prozent.

Tankrabatt: Das Kartellamt zieht Bilanz

Wir hatten euch ja schon in einem früheren Beitrag erzählt, dass die Spritpreise nach der Energiesteuersenkung nicht für alle gleich gesunken sind. Jetzt gibt’s dazu ein echtes Update – und zwar direkt vom Bundeskartellamt persönlich. Die Bonner Behörde hat sich die Kraftstoffpreise im Oktober nochmal ganz genau angeschaut und ist zu einem ziemlich eindeutigen Ergebnis gekommen: Der Tankrabatt wurde nicht vollständig an euch weitergegeben.

Laut den Berechnungen des Bundeskartellamts lag die durchschnittliche Weitergabequote im Oktober bei Diesel bei rund 90 Prozent, bei Benzin dagegen nur bei rund 60 Prozent. Heißt im Klartext: Von den 16,71 Cent, die der Staat beim Diesel pro Liter weniger Steuer kassiert hat, kam fast alles bei euch an. Beim Benzin war’s deutlich weniger.

Warum die Zahlen so unterschiedlich ausfallen

Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte dazu, dass die Kraftstoffpreise derzeit von verschiedenen, teils gegenläufigen Faktoren beeinflusst werden. Das mache es ziemlich kompliziert, die Weitergabe der Steuersenkung sauber einzuschätzen. Die Behörde betont außerdem, dass es sich noch nicht um eine abschließende Bewertung handelt – die Lage wird weiter beobachtet.

Spannend ist auch, dass andere Untersuchungen zu anderen Zahlen kommen. Das Ifo-Institut aus München hatte die ersten drei Wochen nach der Steuersenkung ausgewertet und kam bei Super E5 auf durchschnittlich 16 Cent, die bei den Verbrauchern ankamen. Bei E10 und Diesel waren es jeweils 14 Cent. Der Tankrabatt-Tracker des Ifo-Instituts kommt für die Woche vom 28. Oktober bis 3. November sogar auf eine Weitergabe von 9,7 Cent bei Diesel und 17,4 Cent bei Superbenzin – also fast umgekehrt zu den Kartellamt-Zahlen. Das zeigt: Eine einheitliche Wahrheit gibt’s hier nicht, die Methoden unterscheiden sich einfach zu stark.

Diesel wird teurer, Benzin günstiger

Richtig interessant wird’s, wenn man sich die Preisentwicklung im Oktober anschaut. Der Liter Diesel wurde im Monatsverlauf um 1,6 Cent teurer, während Benzin um 4,5 Cent billiger wurde. Nach Angaben des Bundeskartellamts liegt das an unterschiedlichen Markt-Bedingungen: Beim Benzin gab’s laut dem Informationsdienst Argus Media eine schwache Nachfrage bei gleichzeitiger Überproduktion. Bei Diesel sieht’s anders aus – hier sorgen die Kriege im Iran und in der Ukraine für eine angespanntere Lage und knapperes Angebot.

Im Oktober lag der Durchschnittspreis für Diesel bei 2,261 Euro pro Liter, Super E10 kostete im Mittel 2,115 Euro und Super E5 2,171 Euro. Auch regional gab’s riesige Unterschiede: Bei E5 betrug die Spanne zwischen den Tankstellen bis zu 14,1 Cent, bei Diesel bis zu 9,5 Cent. Im Westen Deutschlands waren die Preise generell höher als im Süden und Südwesten – vor allem beim Benzin. Grund dafür ist laut Kartellamt auch das Niedrigwasser am Rhein, das den Transport per Binnenschiff teurer macht und die Belieferung der Region weniger attraktiv.

Aktuell wird’s wieder günstiger

Die gute Nachricht zum Schluss: Der Preisrückgang bei Benzin setzt sich fort. Wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf ADAC-Zahlen berichtet, lag der bundesweite Durchschnittspreis für E10 am Mittwoch bei 1,979 Euro pro Liter – schon am Dienstag war E10 kurzzeitig auf 1,995 Euro gefallen. Der Tagesdurchschnitt lag am Dienstag bei 2,041 Euro, das sind 4,3 Cent weniger als in der Vorwoche und sogar elf Cent weniger als am 13. Oktober. Der ADAC führt das vor allem auf den gesunkenen Ölpreis zurück.

Diesel bleibt dagegen auf hohem Niveau: Am Dienstag kostete er im Schnitt 2,26 Euro pro Liter. Die Lücke zwischen beiden Kraftstoffen beträgt damit fast 22 Cent – und das, obwohl Diesel wegen der niedrigeren Besteuerung eigentlich günstiger sein sollte als Benzin. Wer sparen will, sollte also weiterhin genau auf die Tagesschwankungen an der Zapfsäule achten.

Quellen


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