Beim CSD Köln 2026 gibt es Proteste gegen die katholische Beteiligung am Cologne Pride.
Beim Christopher Street Day (CSD) in Köln sorgt die angekündigte Beteiligung der katholischen Kirche für Proteste. Über 15.800 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, in der Kardinal Rainer Maria Woelki aufgefordert wird, die Aktivitäten des Stadtdekanats Köln beim Cologne Pride zu verhindern.
Das Stadtdekanat Köln nimmt laut Ankündigung erstmals am Rahmenprogramm des CSD teil. Vorgesehen sind eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „God meets Gays“ sowie ein Auftritt des Jugendchors Sankt Stephan gemeinsam mit der Travestiekünstlerin Julie Voyage auf dem Alten Markt. Die katholische Kirche beteiligt sich jedoch nicht an der Parade selbst.
Die Petition gegen die Beteiligung wurde auf der konservativen Plattform citizengo gestartet, die nach eigenen Angaben innerhalb kurzer Zeit rund 15.800 Unterschriften sammelte. Die Unterzeichner sehen im Cologne Pride eine Veranstaltung, die, wie sie schreiben, „tagelang die Sünde feiert“ und somit der kirchlichen Lehre widerspreche. Kritisiert wird außerdem, dass ein Jugendchor auftritt, wo „regelmäßig nackte Erwachsene gesehen werden“.
Die Petition fordert von Kardinal Woelki ausdrücklich, die Beteiligung am Cologne Pride zu untersagen. Die Pressestelle des Erzbistums Köln verweist hierzu auf den Kölner Stadtdechanten Robert Kleine. Er verteidigt die Gesprächsangebote des Stadtdekanats und betont, die Veranstaltungen dienten dem Dialog: „Ich kann meine eigene Sicht auf Homosexualität haben, aber ich muss jeden einzelnen Menschen ernst nehmen. Jede und jeder von uns ist ein Abbild Gottes und ein von Gott geliebter Mensch“ (katholisch.de). Laut Kleine findet keine Kooperation mit dem CSD statt und eine Teilnahme an der Parade ist ausgeschlossen, vielmehr vermische die Petition verschiedene Programmpunkte.
Der Cologne Pride ist eine der größten Veranstaltungen ihrer Art in Deutschland. Auch 2026 werden Hunderttausende Besucher erwartet. Katholische Jugendverbände und Initiativen wie OutInChurch sowie die evangelische Kirche sind wieder mit eigenen Beiträgen präsent. Die aktuelle Debatte zeigt, wie kontrovers das Thema innerhalb der Kirche und Gesellschaft weiterhin ist. Die Petition sorgt für Aufmerksamkeit, gibt aber nur einen Teil der vielfältigen Meinungen zur katholischen Präsenz im Rahmen der LGBTQ+-Veranstaltungen wieder.
Ob das Stadtdekanat Köln trotz des Protests an den geplanten Veranstaltungen festhält oder sich der Druck der Petition auswirkt, bleibt abzuwarten. Klar ist, dass die Beteiligung religiöser Akteure an gesellschaftlichen Großveranstaltungen wie dem Cologne Pride auch in Zukunft Anlass für Diskussionen bietet.
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