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Rekordtief am Rhein: Kaum noch Schiffe bei Köln unterwegs
13. August 2026

Der Rhein bei Köln erreicht einen historischen Tiefststand – täglich neue Rekorde. Was das für die Schifffahrt bedeutet, erfährst du hier.

Der Rhein bei Köln läuft wortwörtlich trocken

Was normalerweise ein geschäftiges Bild aus Frachtschiffen, Ausflugsdampfern und regen Wasserwegen bietet, wirkt gerade fast wie eine Geisterkulisse: Der Rhein bei Köln hat einen historischen Tiefststand erreicht – und täglich wird ein neuer negativer Rekord gemessen. Was steckt dahinter, und was bedeutet das für die Schifffahrt?

Pegelstand bricht Rekorde – jeden Tag

Aktuell wird am Pegel Köln jeden Tag ein neuer historischer Tiefpunkt gemessen. Am Donnerstagmittag lag der Pegelstand bei gerade einmal 49 Zentimeter.1 Und es wird noch schlimmer: Laut dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein könnte der Pegel an diesem Sonntag sogar auf 47 Zentimeter fallen.1

Zum Vergleich: Der bisherige Rekordtiefststand datiert vom 23. Oktober 2018 und lag bei 69 Zentimeter. Das wären dann satte 22 Zentimeter weniger als der alte Negativrekord – kein kleiner Rückgang, sondern laut Außenbezirksleiter Markus Neumann ein „ganz richtiger Sprung nach unten“.1

Kaum noch Schiffe auf dem Strom

Die Folge für die Schifffahrt ist dramatisch. Neumann vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt beschreibt es so: „Die Schifffahrt wird sich von selbst einstellen.“ Schiffe dürften zwar technisch gesehen noch fahren – aber es lohne sich schlicht für kaum jemanden noch, überhaupt zuzufahren.1

Besonders auffällig: Die wenigen Schiffe, die noch unterwegs sind, fahren fast alle leer. Das ist an den Eichmarken außen an den Schiffen gut zu erkennen. Zwischen den einzelnen Schiffen auf dem sonst vielbefahrenen Strom gibt es ungewöhnlich lange Pausen.1

Warum ist selbst leer fahren kaum noch möglich?

Die Fahrrinne des Rheins ist zwar tiefer als der Pegelstand am Ufer – in Köln etwa 1,11 Meter mehr. Bei einem Pegelstand von 47 Zentimeter kämen so insgesamt rund 1,58 Meter in der Fahrrinne zusammen. Klingt erstmal nach genug Platz, oder? Nicht wirklich.1

Denn Schiffe brauchen mindestens 20 Zentimeter Wasser unter dem Kiel, damit sie sich durch die Wasserbewegungen anderer Schiffe nicht aufsetzen. Und Neumann macht deutlich: „1,38 Meter – das haben die meisten Schiffe schon, wenn sie leer sind.“ Das heißt, selbst unbeladene Schiffe haben kaum noch ausreichend Platz, um sicher zu fahren.1

Ein ungewohntes Bild für NRW

Für alle, die regelmäßig am Kölner Rheinufer unterwegs sind oder den Strom aus dem Alltag kennen: Das aktuelle Bild ist wirklich außergewöhnlich. Sandbänke, kaum Wellen, so gut wie kein Schiffsverkehr – der Rhein zeigt sich von einer Seite, die man hoffentlich nicht allzu oft zu sehen bekommt.

Wie sich die Lage weiterentwickelt und ob der Pegel tatsächlich weiter sinkt, bleibt abzuwarten. Wir bei Antenne NRW halten euch auf dem Laufenden – denn was den Menschen in NRW bewegt, bewegt auch uns.

Quellen

  1. Kaum noch Schiffe – Rekordtiefststand des Rheins bei Köln – 24Rhein


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