Schüsse, Brände, Schutzgeld-Verdacht: Die sogenannte Gen-Z-Mafia sorgt in NRW für Angst. Alle aktuellen Fälle aus Köln und Bielefeld im Überblick.
Erst Merkenich, dann Rodenkirchen, dann Brühl – über die Schüsse-Serie im Kölner Raum haben wir euch bereits in einem früheren Beitrag berichtet. Doch das war offenbar nur die Spitze vom Eisberg. Denn aktuelle Fälle zeigen: Auch in anderen Teilen von NRW breitet sich eine neue Form der Bandenkriminalität aus, bei der Schüsse, Brandanschläge und mutmaßliche Schutzgeld-Erpressungen eine erschreckende Rolle spielen.
Wie die Neue Westfälische berichtet, kam es allein in Bielefeld zu einer ganzen Serie von Angriffen auf Geschäfte. In der Nacht zu Montag wurde ein Immobilienbüro mitten in der Bielefelder Altstadt beschossen – mehrere Einschusslöcher waren im Schaufenster zu sehen. Das war aber bei weitem nicht der erste Vorfall: Zuvor hatte es bereits Schüsse auf ein Autohaus und einen Juwelier gegeben. Laut der Neuen Westfälischen zählt die Polizei mittlerweile schon mehrere Fälle, bei denen Geschäfte in Bielefeld attackiert wurden. Im Raum steht dabei immer wieder der Verdacht auf Schutzgeld-Erpressungen gegenüber türkischen Unternehmern.
In den Berichten taucht immer wieder ein Begriff auf: die sogenannte „Gen-Z-Mafia“. Laut RP Online wird damit eine neue Generation von Bandenkriminalität beschrieben, die sich inzwischen auch in NRW ausbreitet. Die Masche dahinter: Einschüchterung durch Gewalt, um Unternehmer zu Zahlungen zu zwingen. Die Angriffe richten sich gezielt gegen Geschäfte und Betriebe – mit dem Ziel, Angst zu verbreiten und so Druck aufzubauen.
Nach dem Angriff auf das Immobilienbüro in Bielefeld hat die Polizei laut Neuer Westfälischer ihre Präsenz in der Innenstadt verstärkt. Zudem wurden im Zusammenhang mit den Vorfällen Fahndungsfotos veröffentlicht, auch eine mögliche Tatwaffe konnte inzwischen sichergestellt werden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, denn die Häufung der Fälle lässt vermuten, dass hinter den einzelnen Attacken ein größeres System stecken könnte.
Auch im Kölner Raum bleibt die Lage angespannt. Dort hatten Ermittler zuletzt Einschusslöcher an einem gemischt genutzten Gebäude in Brühl entdeckt – verletzt wurde dabei zum Glück niemand. Die Behörden prüfen, ob ein Zusammenhang zu den vorherigen Vorfällen in Merkenich und Rodenkirchen besteht. Zeugen werden weiterhin gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
Was zunächst wie einzelne, lokale Vorfälle wirkte, entwickelt sich immer mehr zu einem landesweiten Problem. Ob Köln, Brühl oder Bielefeld – die Angriffe auf Geschäfte und Unternehmer häufen sich, und die Ermittlungsbehörden stehen vor der Herausforderung, mögliche Verbindungen zwischen den einzelnen Taten aufzudecken. Für Betroffene bedeutet das vor allem eins: Unsicherheit. Und für uns als Antenne NRW heißt das: Wir bleiben an diesem Thema dran und halten euch auf dem Laufenden, sobald es neue Entwicklungen gibt.
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