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Severinsbrücke in Köln: Sanierung oder doch Abriss?
22. Oktober 2026

Severinsbrücke in Köln: Sanierung oder Abriss? Stadtrat berät im Dezember, Rampen müssen neu gebaut werden, Gutachten laufen bis 2028.

Köln bangt um die Severinsbrücke

Eure Kölner Lokalzeit vom 22.10.2026 hatte ein Thema im Gepäck, das viele von euch direkt betrifft: Was passiert eigentlich mit der Severinsbrücke? Die WDR Lokalzeit aus Köln widmete sich unter anderem genau dieser Frage – und die Antwort ist noch ziemlich offen. Klar ist nur: Das Brückenbauwerk von 1959 macht richtig Ärger.

Der Kölner Stadtrat muss sich im Dezember mit dem Zustand der Brücke befassen. Wie radioerft.de berichtet, sollen die Ratsmitglieder finanzielle Mittel freigeben, damit Gutachter die Gesamtinstandsetzung planen können. Rund 3,8 Millionen Euro sollen laut Beschlussvorlage für Gutachten, Voruntersuchungen und materialtechnische Prüfungen fließen, wie express.de berichtet. Das Ziel: endlich rausfinden, ob die Brücke noch zu retten ist – oder ob am Ende nur ein kompletter Neubau bleibt.

Rampen schon abgeschrieben, Rest noch offen

Für einen Teil der Brücke steht das Urteil aber schon fest. Die Rampen-Bauwerke auf beiden Rheinseiten halten dem heutigen Verkehr nicht mehr stand. Laut Beschlussvorlage, aus der express.de zitiert, sei eine vollständige Anpassung an heutige Anforderungen „weder wirtschaftlich noch technisch darstellbar“. Die Rampen müssen also so oder so neu gebaut werden, wie auch radioerft.de bestätigt.

Bei der sogenannten Strombrücke, also dem Teil über dem Rhein, ist die Lage komplizierter. Rechnerisch hat sie zwar bereits den „Grenzzustand der Tragfähigkeit“ erreicht, vor allem die Fahrbahnplatte zeigt erhöhte Ermüdungserscheinungen. Ob das bedeutet, dass auch hier ein Neubau unausweichlich ist, wird aber erst durch weitere Untersuchungen klar.

Sensoren im Einsatz, Sorgenkind Tragseile

Damit die Verwaltung eine fundierte Entscheidung treffen kann, steckt seit April 2026 ein Monitoringsystem im Hohlkasten der Strombrücke. Die Sensoren sammeln über einen Zeitraum von einem Jahr Daten dazu, wie die Brücke auf die tägliche Verkehrsbelastung reagiert, wie radioerft.de erklärt. Zusätzlich werden auch Daten zum Baugrund und den damals verwendeten Materialien erhoben.

Richtig Sorgen bereiten den Experten zudem die Tragseile der Brücke. Dort wurden laut express.de bereits mehrfach Defizite festgestellt, die auf Wassereintritte in Teilen der Konstruktion zurückzuführen sind. Wie groß der Schaden tatsächlich ist, lässt sich aktuell noch nicht sagen – die nötigen Gutachten dazu sollen erst 2027 und 2028 vorliegen.

Bauarbeiten frühestens nach 2030

Wer jetzt auf schnelle Baufortschritte hofft, muss sich gedulden. Laut Stadt sollen die eigentlichen Arbeiten an der Severinsbrücke erst starten, wenn die Mülheimer Brücke fertig ist – voraussichtlich 2030. Erst danach kann entweder die Instandsetzung oder ein Ersatzneubau beginnen, übernommen von einem Generalunternehmer.

Finanziell geht es um richtig viel Geld: Verkehrsdezernent Ascan Egerer nannte im April eine Grobschätzung von 324,5 Millionen Euro für das gesamte Projekt. Immerhin: Anfang Oktober kündigte die NRW-Landesregierung an, dass auch Bundesmittel aus einem Sondervermögen für die Sanierung oder Erneuerung der Severinsbrücke genutzt werden können. Insgesamt stehen zwei Milliarden Euro für Rheinbrücken bereit, die in kommunaler Verantwortung liegen – neben Köln profitieren davon auch Düsseldorf und Duisburg, Bedingung ist allerdings, dass die Arbeiten in den 2030er Jahren abgeschlossen sind.

Oberbürgermeister Torsten Burmester hält sich bei der Zukunft der Rheinbrücken alle Optionen offen. Angesichts der hohen Kosten und der angespannten Haushaltslage müsse man auch über Abriss und Neubau nachdenken können, so seine Haltung laut express.de. Bis auf die Zoobrücke stehen übrigens alle städtischen Brücken unter Denkmalschutz – das macht jede Entscheidung noch komplizierter.

Fest steht: Die Severinsbrücke bleibt vorerst eine Baustelle voller offener Fragen. Bis die Gutachten vorliegen und der Stadtrat final entscheidet, müssen sich alle, die täglich über die Brücke fahren, wohl noch etwas gedulden.

Quellen


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