Teurer Leerstand in Düsseldorf: Die Kämmerei steht leer – was brachte das Erbbaurechtsmodell?
Die alte Kämmerei in Düsseldorf gegenüber dem Rathaus steht seit 2014 leer. Der Leerstand verursachte jährlich hohe Kosten, vor allem durch Bewachung und Instandhaltung. Neue Ansätze für die Nutzung des Gebäudes wurden notwendig, um finanzielle Entlastung für die Stadt zu schaffen.
Quelle: Ddorf-Aktuell
Nach erfolglosem Bieterverfahren Anfang 2017 verfolgte die Stadt Düsseldorf ein Erbbaumodell. Dabei sollte das Gebäude samt Grundstück im Erbbaurecht vergeben werden. Von einem hohen Verkaufserlös ging die Kämmerin nicht aus, aber allein der Wegfall der laufenden Kosten von fast 2 Millionen Euro pro Jahr hätte die Stadtkasse deutlich entlastet.
Die rund 300 Mitarbeiter mussten 2014 ausziehen, da das Gebäude – ein Bau aus den 1950er Jahren – nicht mehr den Brandschutzauflagen genügte. Zudem sind große Teile des Komplexes und seine Ausstattung aus den 1970er Jahren denkmalgeschützt, was eine Sanierung erschwert. Für verschiedene Konzepte von Investoren wie Büro-, Hotel- oder Start-up-Flächen bestand grundsätzlich Interesse.
Die Stadtverwaltung schlug deshalb vor, das Objekt im Rahmen eines Bieterverfahrens in Erbpacht an einen Investor zu vergeben. So konnte die Stadt weiterhin Vorgaben zum Nutzungskonzept machen, während Investorengruppen mehr Gestaltungsspielraum erhielten. Bei Zustimmung des Rates sollte das Verfahren in rund 15 Monaten abgeschlossen sein.
Mit dem Umzug von Finanzämtern ins Technische Rathaus wurde die alte Kämmerei für die Stadt als Bürostandort überflüssig. Das Beispiel zeigt die Herausforderungen bei der Umnutzung öffentlicher Gebäude mit Denkmalschutz – ein Thema, das auch in anderen NRW-Städten relevant ist.
Bis zum Abschluss des Verfahrens wurde zumindest das Erdgeschoss – die L-förmige Kassenhalle – als Raum für Kultur- und Kreativwirtschaft geöffnet. Sanitäranlagen blieben allerdings stillgelegt und die Nutzung war auf maximal 200 Personen begrenzt. Die Betriebskosten wurden mit 40 Euro pro Tag angesetzt. Erste Ausstellungen fanden 2017 statt.
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