Der Mädchenchor am Kölner Dom singt bei der Orgelfeierstunde unsichtbar von oben – mit Holsts „Planeten
Was klingt wie eine besondere Challenge, ist tatsächlich ein echtes Konzerterlebnis: Der Mädchenchor am Kölner Dom und Domorganist Winfried Bönig planen für ihre Orgelfeierstunde ein Programm, das so noch nicht jeder gesehen – oder besser gesagt: gehört – hat. Die Sängerinnen werden nämlich kaum zu sehen und nur leise zu hören sein. Warum? Weil sie buchstäblich hoch hinaus müssen.1
Normalerweise steht der Mädchenchor bei seinen Auftritten im Kölner Dom auf dem Chorpodest im Seitenschiff oder singt im Chorgestühl im Binnenchor. Bei einem Chorkonzert geht’s auch mal auf ein Podest vor dem Vierungsaltar – aber das war’s dann eigentlich auch.1
Für diese Orgelfeierstunde ist aber einiges anders geplant. Die Sängerinnen starten zwar klassisch und eröffnen den Abend mit dem Chorstück „Søk Herren“ (Seek ye the Lord) von Knut Nystedt – und zwar ganz regulär vor dem Vierungsaltar. Doch dann beginnt ihre kleine „Reise“ durch den Dom. Für das zentrale Werk des Abends zieht es sie nämlich nach oben, weg vom gewohnten Platz, rauf in die Höhe des Doms. Unsichtbar für die Besucher, aber mit einem Klang, der den riesigen Kirchenraum auf eine ganz neue Art füllt.1
Das Herzstück des Konzerts ist die siebenteilige Orchestersuite „Die Planeten“ von Gustav Holst – allerdings in einer speziellen Fassung für diesen besonderen Rahmen. Ein Werk, das eigentlich für ein volles Orchester geschrieben wurde, erklingt hier im Kölner Dom in einem Setting, das den jahrhundertealten Raum voll ausnutzt.1
Wenn Chorgesang aus den Höhen einer gotischen Kathedrale klingt, passiert etwas Magisches: Der Klang schwebt, breitet sich aus und hüllt die Zuhörerinnen und Zuhörer ein, ohne dass man genau sagen kann, woher er kommt. Genau das macht diesen Abend so besonders – und so anders als ein gewöhnliches Konzert.1
Wer Lust hat auf ein Konzerterlebnis, das weit weg ist vom Alltag und den Blick – und die Ohren – ganz automatisch nach oben lenkt, sollte sich diesen Dienstag im Kalender markieren. Der Kölner Dom bietet als Kulisse ohnehin schon alles, was ein besonderes Konzert braucht. Wenn dann der Mädchenchor von oben in den riesigen Kirchenraum singt und Winfried Bönig an der Orgel sitzt, wird das zu einem Moment, den man so schnell nicht vergisst.1
Klar: Ein Konzert, bei dem die Sängerinnen unsichtbar sind, klingt erstmal ungewohnt. Aber genau das ist der Punkt – manchmal ist das Ungewöhnliche das Beste. Und wer weiß, vielleicht schaust du beim nächsten Dom-Besuch automatisch öfter nach oben.
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