Riesige Waldbrände in Frankreich, Spanien und Sizilien betreffen auch NRW-Urlauber. Hier erfährst du, was du jetzt wissen und beachten solltest.
Der Sommerurlaub im Süden Europas läuft gerade für viele alles andere als entspannt: Riesige Waldbrände wüten aktuell in Frankreich, Spanien und auf Sizilien. Besonders dramatisch ist die Lage an Frankreichs Atlantikküste rund um Bordeaux – einem der beliebtesten Reiseziele für Urlauber aus NRW. Wer dort in den nächsten Tagen oder Wochen hinreisen will oder bereits vor Ort ist, sollte jetzt genau hinschauen.1
Rund um das bei deutschen Urlaubern beliebte Becken von Arcachon breitet sich ein Feuer unkontrolliert aus. Laut Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez mussten inzwischen insgesamt rund 63.000 Menschen ihre Unterkünfte verlassen – davon allein 20.000 weitere aus zehn Orten, zusätzlich zu denen, die bereits zuvor von Campingplätzen und Ferienanlagen evakuiert worden waren.1
Das Feuer hat sich auf rund 10.000 Hektar ausgebreitet – eine Fläche, die etwa der Größe von Paris entspricht. 80 Gebäude wurden beschädigt, 50 davon vollständig zerstört. Rund 1.500 Feuerwehrleute sind im Einsatz, unterstützt von zahlreichen Löschflugzeugen. Verletzt wurde bislang nur ein Feuerwehrmann, aus der Bevölkerung kam laut Innenminister niemand zu Schaden.1
Südlich von Bordeaux, bei Biscarrosse, brennt ein zweites, unabhängiges Feuer. Auslöser war offenbar ein technischer Defekt an einem Lieferwagen, der auf einer Landstraße durch den Wald in Brand geriet. Die Flammen griffen schnell auf die umliegende Natur über, 23.000 Menschen mussten das Gebiet verlassen. Die Brandfläche beträgt inzwischen rund 2.500 Hektar, etwa 100 Häuser wurden beschädigt. 700 Feuerwehrleute kämpfen dort gegen die Flammen – und auch Einsatzkräfte aus NRW sind mit dabei.1
Die Bedingungen sind extrem schwierig: Temperaturen von bis zu 39 Grad und starker Wind sorgen dafür, dass sich die Lage immer wieder neu zuspitzt. Die Präfektur des Départements Landes teilte mit, das Feuer bei Biscarrosse sei weiterhin nicht unter Kontrolle.1
Nicht nur Frankreich brennt. In Spanien wüten Waldbrände in der Region Madrid – die Regierung hat deshalb erstmals überhaupt wegen Waldbränden den nationalen Notstand ausgerufen, um zusätzliche Mittel für die Brandbekämpfung freizugeben. Auf Sizilien kämpft die Feuerwehr gegen mehrere größere Waldbrände. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat angesichts des Ausmaßes internationale Unterstützung angefordert und sich an andere Staaten sowie die EU gewandt.1
Viele Betroffene sind vorübergehend in Notunterkünften untergebracht. In Bordeaux wurde eigens eine Messehalle für evakuierte Touristen geöffnet. Evakuierte, die per Schiff von Cap Ferret aus in Sicherheit gebracht wurden, reisten anschließend mit dem Zug weiter nach Bordeaux oder Paris.1
Für das Wochenende sind vereinzelt Gewitter vorhergesagt – eine spürbare Entspannung ist aber kaum zu erwarten. Die prognostizierten Regenmengen fallen voraussichtlich zu gering aus, um die Brände wirksam einzudämmen. Wann Urlauber und Anwohner in ihre Quartiere zurückkehren können, ist derzeit völlig offen.1
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