Julian Schlangenotto aus Paderborn will drei Jahre lang allein die Welt umsegeln – mit einem 30 Jahre alten Boot und nur 15 Minuten Schlaf am Stück.
Stell dir vor, du packst dein Leben auf elf mal dreieinhalb Meter zusammen – und segelst einfach los. Genau das macht Julian Schlangenotto aus Paderborn. Der 25-Jährige hat lange für diesen Traum gespart und will jetzt drei Jahre lang die Welt umsegeln. Allein. Sein Boot: die „Avietti“, gut 30 Jahre alt und gerade noch trocken auf einem Bock in Portugal – aber Julian macht sie endgültig seefertig.1
Der Plan klingt wie aus einem Abenteuerroman: Über den Atlantik, vorbei an den Kanaren und den Kapverden, rüber in die Karibik, dann weiter in den Pazifik bis nach Neuseeland – und irgendwann wieder nach Hause. Drei Jahre soll die Reise dauern.1
Von Beruf ist Julian übrigens Luft- und Raumfahrtingenieur. In die Höhe zieht es ihn erstmal aber nicht – er will aufs Wasser. Die Leidenschaft fürs Segeln hat er von seinem Vater Sascha, der ihm das Segeln beigebracht hat. Die ganze Familie verbringt seit Jahren ihre Urlaube auf Booten im Mittelmeer und in der Ostsee. Und eine Etappe der Weltreise werden Vater und Sohn sogar gemeinsam segeln.1
Stürme, Verletzungen, schwimmende Container – klar, das klingt alles erstmal nach den klassischen Gefahren auf hoher See. Aber was macht Julian am meisten zu schaffen? Die Antwort überrascht:
„Fürchten tue ich nichts. Aber wovor ich am meisten Respekt habe, ist die Einsamkeit. Weil ich das noch nie hatte.“
Dabei betont er gleichzeitig, dass es auf See nie wirklich langweilig wird: „Es ist nicht so, als würde man den ganzen Tag vom Balkon in den Garten schauen. Man sieht den ganzen Tag etwas. Wetter, Wolken, Wellen verändern sich. Es passiert ständig etwas.“1
Klingt anstrengend? Ist es auch. Wer allein segelt, schläft kaum. Julian beschreibt seinen Rhythmus so: „15, 20, vielleicht 30 Minuten am Stück. Dann nach dem Wetter schauen, Boot überprüfen. Dann wieder hinlegen und Wecker stellen.“ Kein Durchschlafen, kein Ausruhen – rund um die Uhr auf dem Posten.1
Und wie bereitet er sich auf die Risiken vor? Bei Sturm heißt es: Seekarten studieren, Wetter beobachten, den Sturm umfahren. Bei Krankheiten: ausreichend Medikamente einpacken. Bei Verletzungen: vorsichtig sein und aufpassen. Alles kann man nicht planen – aber man kann sich so gut wie möglich vorbereiten, sagt der 25-Jährige.1
Julian Schlangenotto zeigt, dass große Träume keine Altersfrage sind – und dass man manchmal einfach die Leinen losmachen muss. Ob er pünktlich nach drei Jahren wieder in Paderborn ankommt? Das weiß natürlich niemand. Aber eines ist sicher: Die „Avietti“ und ihr junger Kapitän haben jede Menge Abenteuer vor sich. Wir drücken die Daumen und freuen uns schon auf die Geschichten, die Julian von der hohen See mitbringt!
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