Die Doku „Und es war Sommer
Sonnenblumen, aufgeklebte Brusthaartoupets und Hits wie „Über den Wolken“ oder „Fiesta Mexicana“ – wer Dieter Thomas Kuhn kennt, weiß: Bei seinen Konzerten geht es rund. Doch hinter dem bunten Schlager-Spektakel steckt eine Geschichte voller Freundschaft, Kult und tiefer Emotionen. Und genau die erzählt jetzt ein Kinofilm – der am 28. Juli 2026 seine Vorpremiere im Open-Air-Kino im Kölner Rheinauhafen gefeiert hat.1
Alles begann Anfang der 1990er Jahre als ironisch gemeintes Schlagerprojekt. Das Motto damals: „Je geschmackloser, desto besser.“ Frontmann Thomas Kuhn und seine achtköpfige Band wollten, dass die Leute nicht mehr unterscheiden konnten, ob es ernst gemeint oder einfach eine große Gaudi ist. Spoiler: Es hat funktioniert – und wie.1
Aus dem Spaßprojekt wurde ein echtes Kultphänomen, das Menschen über Generationen hinweg begeistert. 1999 verkündete Kuhn sogar seinen Abschied von der Bühne – doch die Fans ließen das nicht so stehen. Ein gefeiertes Comeback folgte, und heute gilt DTK als festes Stück deutscher Popkultur.1
Regisseurin Juliane Sauter hat die Band für den 90-minütigen Dokumentarfilm „Und es war Sommer“ auf ihrer Tour durch Deutschland begleitet – mit dem Höhepunkt in der Berliner Waldbühne. Sie war bei Soundchecks dabei, backstage, im Nightliner und sogar beim Haareföhnen. Insgesamt hat sie rund 180 Stunden Archivmaterial gesichtet.1
„Ich wollte eigentlich eine Doku erstellen, die sehr in der Realität spielt und immer mal in die Vergangenheit schaut“, erklärt Sauter. „Es sollte weniger ein klassisches Künstlerporträt werden, sondern vielmehr die Geschichte eines kulturellen Phänomens.“ Doch dann nahm der Film eine unerwartete, sehr persönliche Wendung.1
Im Mittelpunkt des Films steht die tiefe Freundschaft zwischen Kuhn (61) und Gitarrist Philipp Feldtkeller alias Howie F. Und genau diese Freundschaft wurde während der Dreharbeiten auf eine harte Probe gestellt: Im März 2024, zwei Monate vor Tourstart, erhielt Feldtkeller die Diagnose, an einer Krebsform zu erkranken, die als nicht heilbar angesehen wird.1
„Ich habe Thomas sofort informiert“, sagt der Gitarrist. Kuhn reagierte schockiert – ließ seinem Freund aber die Entscheidung, wie offen er damit umgehen wollte. Feldtkeller wählte den mutigen Weg: Er nahm das Filmteam mit zum Arzt. „Es ist nun mal so passiert“, sagt er. Als wäre das nicht genug, zog sich Kuhn während der Tour auch noch einen Mittelfußbruch zu – weil er auf der Bühne über eine Leckmuschel gestolpert ist.1
„Mich berührt der Film. Nachdem ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, habe ich geheult wie ein Schlosshund“, gestand Kuhn. Auch Regisseurin Sauter war am Ende tief beeindruckt: „Besonders berührt haben mich Szenen zwischen Tommy und Philipp, in denen man ihre jahrzehntelange Freundschaft spürt.“1
Bei der Vorpremiere im Open-Air-Kino am Rheinauhafen war die Stimmung ausgelassen und emotional zugleich. Kuhn stimmte vor der Filmvorführung noch ein paar Schlagersongs an, das Publikum sang begeistert mit – und das mit Domblick im Hintergrund. Einfach ein perfekter Kölner Sommerabend.1
„Und es war Sommer“ startet am 17. September 2026 offiziell in den deutschen Kinos. Wenn du Fan bist – oder einfach einen Film sehen willst, der dich sowohl zum Lachen als auch zum Weinen bringt – dann merk dir diesen Termin schon mal vor!1
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