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Karl-Küpper-Preis 2026: Köln ehrt zwei mutige Lehrkräfte
26. Oktober 2026

Karl-Küpper-Preis 2026: Köln ehrt Laura Nickel und Max Teske für ihren Mut gegen Rechtsextremismus an Schulen.

Zivilcourage, die in Köln gefeiert wird

Manchmal reicht ein einziger mutiger Schritt, um richtig was ins Rollen zu bringen. Laura Nickel und Max Teske haben genau das getan – und dafür am 25. Oktober 2026 den Karl-Küpper-Preis in Köln bekommen. Die Stadt Köln schreibt dazu, dass die beiden für ihren Mut ausgezeichnet wurden, rechtsextreme, rassistische und menschenfeindliche Vorfälle an ihrer damaligen Schule in Burg im Spreewald öffentlich gemacht zu haben.

Warum die beiden den Preis verdient haben

Nickel und Teske haben im Frühjahr 2023 an der Grund- und Oberschule „Mina Witkojc“ unterrichtet. Laut koelner-karneval.org wurden sie dort regelmäßig mit Hakenkreuzen auf Schulmöbeln, Hitlergrüßen, rechtsextremer Musik und demokratiefeindlichen Parolen konfrontiert – dazu kamen rassistische, sexistische und homophobe Äußerungen. Weil sie sich innerhalb der Schule nicht ausreichend unterstützt fühlten, veröffentlichten sie im April 2023 einen zunächst anonymen Brandbrief. Der sorgte bundesweit für Schlagzeilen und beschäftigte sogar den Brandenburger Landtag.

Die Konsequenzen für die beiden waren allerdings heftig: Nachdem ihre Identität bekannt wurde, gab’s Anfeindungen und Drohungen aus der rechten Szene. Im Sommer 2023 haben beide ihre damalige Schule verlassen.

Aufgehört haben sie trotzdem nicht. Die Stadt Köln würdigt in ihrer Mitteilung ausdrücklich auch den anhaltenden Einsatz für die Demokratiebildung. Wie koelner-karneval.org berichtet, engagieren sich Nickel und Teske im Bündnis „Schule für mehr Demokratie“ und haben 2024 ein Hilfetelefon für Menschen gestartet, die an Schulen von rechter Gewalt betroffen sind. 2026 ist dazu noch ihr Buch „Rechtsruck im Klassenzimmer“ erschienen.

Die Preisverleihung in Köln

Überreicht wurde die Auszeichnung von Oberbürgermeister Torsten Burmester, gemeinsam mit Lutz Schade, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval von 1823, und Bernhard Conin, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums. Die Laudatio hat der Kölner Künstler Eko Fresh gehalten, der sich laut Stadt Köln seit vielen Jahren mit Identität, Vielfalt und Zusammenhalt auseinandersetzt.

Wie koelnundmehr.de berichtet, betonte Oberbürgermeister Burmester bei der Verleihung, dass Nickel und Teske durch ihre Zivilcourage und Haltung einen Unterschied für die demokratische Kultur machen würden. Die Preisträger selbst zeigten sich überrascht über die Ehrung und widmeten sie laut koelnundmehr.de all den Schülerinnen und Schülern, die sie unterrichtet haben.

Der Mann hinter dem Preis: Karl Küpper

Der Preis erinnert an den Kölner Karnevalisten Karl Küpper und seinen Einsatz für Meinungsfreiheit sowie seinen Mut, sich gegen den Nationalsozialismus zu stellen. Wie koelner-karneval.org schreibt, trat Küpper als Büttenredner unter dem Namen „D’r Verdötschte“ auf und machte sich während der NS-Zeit öffentlich über die Nationalsozialisten lustig – unter anderem mit einer Persiflage auf den Hitlergruß. Das blieb nicht ohne Folgen: 1936 wurde er von der Gestapo verhört, 1939 erhielt er Redeverbot. Küpper starb 1970 in Köln.

Ins Leben gerufen wurde der Karl-Küpper-Preis 2020 anlässlich seines 50. Todestages. Er würdigt Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit einsetzen, mit besonderem Fokus auf Schul- und Bildungsalltag.

Wer sonst noch ausgezeichnet wurde

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen. Vor Nickel und Teske gingen die Auszeichnungen laut koelner-karneval.org an die Kapitänin und Menschenrechtsaktivistin Carola Rackete (2020), den Kölner Musiker Rolly Brings (2022) und den Künstler Gunter Demnig (2024), der mit seinem Stolperstein-Projekt an Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnert.

Über die Preisträger entscheidet laut koelner-karneval.org eine fünfköpfige Jury – mit dabei sind der Kölner Oberbürgermeister, der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, der Direktor des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln sowie eine Vertretung der Familie Karl Küpper.

Mehr als nur Feiern

Der Karl-Küpper-Preis 2026 zeigt mal wieder: Kölner Karneval kann auch ernst. Mit der Ehrung von Laura Nickel und Max Teske wird klar, dass Zivilcourage und Haltung zeigen keine Frage der Zeit ist – egal ob während der NS-Diktatur oder heute im Klassenzimmer.

Quellen


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