Dem ÖPNV drohen bundesweit über zehn Prozent Kürzungen – der Deutsche Städtetag fordert jetzt schnelles Handeln vom neuen Verkehrsminister Bilger.
Stell dir vor, dein gewohnter Bus fährt plötzlich seltener – oder gar nicht mehr. Genau das könnte vielen Menschen in Deutschland bald passieren. Der Deutsche Städtetag schlägt nämlich Alarm: Dem Öffentlichen Personennahverkehr droht ein massiver Einbruch. Und der könnte uns alle ganz direkt betreffen.1
Die Zahlen sind erschreckend deutlich. „Wir rechnen damit, dass bundesweit in 2026/27 über zehn Prozent weniger ÖPNV angeboten wird“, sagte Christian Schuchardt, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Konkret bedeutet das: ausgedünnte Fahrpläne, abbestellte Strecken und das Ende von touristischen Bus- und Bahnangeboten.1
Der Grund dafür ist simpel – und gleichzeitig ziemlich frustrierend: den Kommunen fehlt schlicht das Geld. „Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln für den Öffentlichen Nahverkehr ist das derzeitige Niveau nicht mehr zu halten“, so Schuchardt. Schon jetzt klafft eine Lücke von satten 14 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre. Obendrauf kommen noch höhere Trassenpreise für den regionalen Schienenverkehr, die die Situation zusätzlich verschärfen.1
Der Städtetag macht dabei keinen Hehl daraus, wer jetzt handeln muss. Im Fokus steht der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger – er übernimmt das Amt als Nachfolger von Patrick Schnieder, der von Bundeskanzler Friedrich Merz entlassen wurde. Für Schuchardt ist der Neustart im Ministerium „ein guter Zeitpunkt, den angekündigten Modernisierungspakt für einen leistungsfähigen ÖPNV mit Leben zu erfüllen“.1
Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD bereits konkrete Zusagen gemacht: Die ÖPNV-Finanzierung soll auf eine neue gesetzliche Grundlage gestellt, ein Mobilitätspakt gestartet und die Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz deutlich aufgestockt werden. Jetzt ist die Zeit zum Handeln – nicht zum Abwarten.1
Bevor es an große Verhandlungsrunden geht, hat der Städtetag eine klare Forderung: Die höheren Trassenpreise müssen weg. Der Städtetag beziffert die zusätzliche Belastung durch diese Preise auf rund 400 Millionen Euro im Jahr. Erst wenn das geklärt ist, könnten Bund, Länder, Kommunen und die Branche im September in echte Verhandlungen zum Modernisierungspakt einsteigen.1
Für alle, die täglich auf Bus und Bahn angewiesen sind – ob für den Weg zur Arbeit, zur Schule oder einfach um von A nach B zu kommen – sind das keine abstrakten Zahlen. Weniger ÖPNV bedeutet mehr Stress, längere Wege und im schlimmsten Fall schlicht keine Verbindung mehr. Gerade in NRW, wo viele Menschen in der Region mobil sein müssen, wäre das ein echter Einschnitt im Alltag.
Die Politik ist jetzt am Zug. Und wir können gespannt sein, ob der Modernisierungspakt tatsächlich kommt – oder ob er am Ende doch nur auf dem Papier bleibt. Antenne NRW bleibt für euch dran und hält euch auf dem Laufenden, was in unserer Region passiert.1
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!