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Spielen gegen Radikalisierung: Dieses Kölner Studio macht Gaming zum Gegenmittel
28. August 2026

Das Kölner Studio Zweisiedlerkrebs kämpft mit Videospielen gegen Radikalisierung. Wie „Merkmal: Radikal

Videospiele als Waffe gegen Rechtsruck und Hass

Was haben ein Videospiel und eine Aufklärungskampagne gemeinsam? Beim Kölner Indie-Studio Zweisiedlerkrebs ist die Antwort: alles. Elena Wiener und Josefine Maier haben Ende 2024 ein Studio gegründet, das sich nicht damit begnügt, einfach coole Games zu bauen – sondern Spiele mit echtem gesellschaftlichem Impact erschaffen will. Und das mitten in einer Zeit, in der Radikalisierung im Netz zur echten Gefahr geworden ist.1

Wer steckt hinter Zweisiedlerkrebs?

Das Duo bringt richtig unterschiedliche Backgrounds mit – und genau das macht’s spannend. Elena Wiener hat zunächst Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften studiert, bevor sie sich in Wuppertal auf Design audiovisueller Medien und Mediendesign spezialisiert hat. Eigene Filmprojekte wie „Trübes Wasser“ und „Treibholz“ hat sie bereits veröffentlicht.1

Josefine Maier kommt ursprünglich aus der Architektur, hat aber ihr Herz für Game Art entdeckt und ein entsprechendes Studium an der Technischen Hochschule Köln aufgenommen. Als Illustratorin hat sie außerdem Kinderbücher wie „Spuren im Schnee“ und „Sommerwaldfunkeln“ bebildert.1

Zusammen funktionieren die beiden nicht nur kreativ, sondern auch als Geschäftsfrauen – wie sie selbst betonen: „Jetzt ist es eineinhalb Jahre her, und unser Studio gibt es immer noch. Mit Rückblick auf die Zeit seit der Gründung merken wir, wie viel wir auch als Gründer:innen gewachsen sind und uns persönlich weiterentwickeln konnten.“1

Das Herzstück: „Merkmal: Radikal“

Ihr aktuelles Hauptprojekt heißt „Merkmal: Radikal“ – ein Lernspiel, das Jugendliche über Radikalisierungsmechanismen aufklären soll, die in sozialen Medien gängig sind. Das klingt erstmal nach trockenem Schulstoff, ist aber als interaktive Erfahrung gedacht, die sich besonders gut für Workshops an Schulen eignet.1

Gestartet wird mit dem Thema Rechtsradikalismus. Geplant sind aber schon Erweiterungen zu Islamismus, Antifeminismus und Mobbing. Der Ansatz: spielerisch informieren, Haltung zeigen und zum Nachdenken anregen – gerade weil der gesellschaftliche Rechtsruck das Thema so brennend aktuell macht.1

Mehr als nur Games

Zweisiedlerkrebs ist kein reines Spielestudio. Das Portfolio reicht von Videospielen über Animationsfilme bis hin zu Videomapping – also Bewegtbilder, die auf Fassaden projiziert werden. „Wir haben uns nie nur auf Spiele festgelegt. Je nach Projekt entscheiden wir, ob wir etwas Visuelles umsetzen oder ein Spiel entwickeln“, erklärt Josefine Maier.1

Das Studio selbst besteht nur aus den beiden Gründerinnen, die je nach Projekt mit wechselnden Freiberufler:innen zusammenarbeiten. Was andere vielleicht als Nachteil sehen würden, empfinden Elena und Josefine als Stärke: kreative Unabhängigkeit und die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen – ohne Kompromisse gegenüber einem großen Publisher eingehen zu müssen.1

Community als Antrieb

Besonders motivierend für das kleine Team: die Gaming-Community selbst. Über Community-Netzwerke fanden sie nicht nur Freelancer:innen und Spieltester:innen, sondern auch Menschen, die sich aktiv für politische Themen im Gaming-Bereich engagieren. „Für uns war es bestätigend zu sehen, dass es auch für politische Themen Communities gibt. Das motiviert uns, in unserer Haltung weiterzumachen, statt uns zurückzunehmen oder zu verstecken.“1

Und genau das ist die Stärke von Zweisiedlerkrebs: Sie zeigen, dass Videospiele mehr sein können als Unterhaltung. Sie können aufklären, sensibilisieren und echten gesellschaftlichen Wandel anstoßen – ein Controller-Input für eine bessere Welt. Respekt, Köln!1

Quellen

  1. Spielen gegen Radikalisierung – choices – Kultur. Kino. Köln.


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