Oberbergs Mittelstand gilt in China als industrielles Vorbild. Was Hidden Champions aus NRW mit KI erreichen können und warum die Region Riesenpotenzial hat.
Hättest du gedacht, dass Unternehmen aus dem Oberbergischen in China als absolute Vorbilder gelten? Klingt verrückt, ist aber so! Catrin und Maik Heringer von Heringer Consulting aus Reichshof waren in diesem Jahr gleich auf mehreren internationalen Konferenzen im ostchinesischen Jinan unterwegs – und was sie dort erlebt haben, ist ziemlich beeindruckend.1
Catrin Heringer hat es selbst überrascht: Viele ihrer chinesischen Gesprächspartner kennen Deutschland in- und auswendig – manche waren sogar schon im Oberbergischen! Und das Urteil ist eindeutig: Deutsche Industrie-Kompetenz genießt in China ein „wahnsinnig großes Ansehen“.1
Maik Heringer bringt es auf den Punkt: Was China am deutschen Mittelstand so schätzt, ist die Langfristigkeit. Viele dieser Unternehmen existieren seit über 100 Jahren – und das ohne Fünfjahresplan. Die wissen einfach, wie man nachhaltig wirtschaftet und die richtigen Entscheidungen trifft. Das hat in Jinan großen Respekt ausgelöst.1
Besonders interessant: Auch die sogenannten Hidden Champions aus dem Oberbergischen, dem Hochsauerland und dem Siegerland waren Thema. Diese Weltmarktführer sitzen eben nicht in den Metropolen, sondern genau in solchen Regionen. Und genau diese Kombination aus Bodenständigkeit, langfristigem Denken und technischer Exzellenz wird laut Catrin Heringer international sehr geschätzt.1
Die große Frage lautet: Wird Deutschland beim Thema Künstliche Intelligenz abgehängt? Die Antwort der Heringers ist klar: Nein – aber nur, wenn wir endlich loslegen. Catrin Heringer sieht Deutschland gut aufgestellt: starke Industrie, top Ingenieure, hochspezialisierte Mittelständler und vor allem eine einzigartige Sammlung industrieller Daten. Die Herausforderung liegt laut ihr weniger in der Technologie selbst, sondern in der Umsetzungsgeschwindigkeit.1
Ihr Appell ist klar: Mehr Mut zur Anwendung und mehr Vertrauen in die eigenen Stärken! Statt ewig über Risiken zu diskutieren, sollten wir die Chancen von KI anpacken. „Menschen werden nicht durch KI ersetzt, sondern durch Menschen, die KI sinnvoll anwenden“ – ein Zitat, das Catrin Heringer besonders treffend findet.1
Maik Heringer sieht die größte Bremse in zu viel Bürokratie und unübersichtlichen Regularien. Sein Wunsch: Unternehmer sollen einfach machen können, ohne sich in einem Dschungel aus Vorschriften zu verlieren. Innovationsfreude müsse aus der Wirtschaft kommen – und dafür brauche es klarere, schlankere Rahmenbedingungen.1
Nvidia-CEO Jensen Huang hat Europa für seine starke industrielle Fertigungsbasis gelobt und sieht genau dort die große Chance für KI. Klingt nach einer Steilvorlage für Regionen wie das Oberbergische! Aber wird Oberberg jetzt zum neuen Silicon Valley?1
Catrin Heringer lacht bei dem Vergleich – aber sie nimmt ihn trotzdem ernst. Ihre Antwort: Das Oberbergische ist etwas grundsätzlich anderes als das Silicon Valley. Keine Risikokapital-Hype-Welle, sondern Ingenieurskunst, Maschinenbau und mittelständische Stärke. Und genau das könnte die eigentliche Superpower sein.1
Maik Heringer sieht es ähnlich: „Oberberg wird nie ein Silicon Valley sein, es wird immer unauffällig sein. Aber es ist ein Riesen-Potenzial da.“ Wenn das tiefe Know-how aus über 100 Jahren Industriegeschichte mit modernster KI-Technologie verbunden wird – und beide Heringers sind sicher, dass genau das passiert – dann entsteht daraus eine echte Erfolgsstory für ganz Europa.1
Ländliche Industrieregionen wie das Oberbergische könnten laut Catrin Heringer eine Schlüsselrolle für die industrielle Zukunft Deutschlands spielen. Denn genau hier entstehen die Produkte, Maschinen und Daten, die echte Wettbewerbsvorteile schaffen. Wir drücken die Daumen – und sind gespannt, was da noch kommt!
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