Benzin wird günstiger, Diesel bleibt teuer: So wirkt sich der Tankrabatt im Oktober wirklich auf eure Spritkosten aus und wo ihr am meisten spart.
Gute Nachrichten für alle, die regelmäßig an die Zapfsäule müssen: Die Kraftstoffpreise sinken weiter. Seit Anfang Oktober gilt der Tankrabatt, also eine Senkung der Energiesteuer, und die zeigt tatsächlich Wirkung im Geldbeutel. Aber: Benzin- und Diesel-Fahrer profitieren davon ziemlich unterschiedlich. Klingt unfair? Ist es irgendwie auch.
Laut dem Bundeskartellamt lagen die Durchschnittspreise im Oktober bei 2,171 Euro pro Liter für E5, 2,115 Euro für E10 und 2,261 Euro für Diesel. Und während die Benzinpreise im Laufe des Monats um 4,5 Cent pro Liter gefallen sind, ist Diesel sogar um 1,6 Cent teurer geworden. Zwei Kraftstoffsorten, zwei komplett gegensätzliche Richtungen – same Energiesteuersenkung, andere Wirkung.
Das Bundeskartellamt nennt dafür mehrere Gründe. Laut Argus Media ist die Nachfrage nach Benzin aktuell eher schwach, gleichzeitig wird zu viel davon produziert – das drückt logischerweise den Preis. Bei Diesel sieht die Lage komplett anders aus: Hier sorgen die Kriege im Iran und in der Ukraine für eine angespannte Angebotslage. Weniger Diesel verfügbar heißt eben auch: Der Preis bleibt hartnäckig hoch.
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, bringt es auf den Punkt: Die Kraftstoffpreise werden derzeit von verschiedenen, teils gegenläufigen Faktoren beeinflusst. Das mache es schwierig, die Weitergabe der Steuersenkung richtig einzuschätzen. Das Amt kündigt an, die Lage weiter genau im Blick zu behalten.
Seit Oktober gilt eine Energiesteuersenkung von 16,71 Cent pro Liter brutto. Nach Berechnungen des Bundeskartellamtes wurde davon im Schnitt rund 90 Prozent bei Diesel weitergegeben, bei Benzin aber nur etwa 60 Prozent. Klingt erstmal so, als wären Diesel-Fahrer die Gewinner – aber Achtung, die Zahlen zeigen nur eine Tendenz, weil gleichzeitig so viele andere Preisfaktoren mitspielen.
Noch spannender wird es, wenn man sich die Monatsbilanz des ADAC anschaut. Die kommt nämlich zu einem anderen Ergebnis: Super E10 wurde im Oktober gegenüber September um durchschnittlich 15,2 Cent pro Liter günstiger, Diesel dagegen nur um 12,5 Cent. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern macht das einen Unterschied von 1,35 Euro aus – zugunsten der Benzin-Fahrer. Der ADAC sieht die Steuersenkung bei Benzin also weitgehend an die Kundschaft weitergegeben, bei Diesel dagegen nur teilweise.
Nicht nur zwischen Benzin und Diesel, auch je nach Wohnort gibt’s krasse Preisunterschiede. Laut Bundeskartellamt betrugen die regionalen Abweichungen auf Tankstellenebene im Oktober bei E5 bis zu 14,1 Cent pro Liter und bei Diesel bis zu 9,5 Cent. Im Westen Deutschlands waren die Preise höher als im Süden oder Südwesten, vor allem bei Benzin. Der Grund: anhaltendes Niedrigwasser auf dem Rhein. Das bremst die Binnenschifffahrt aus, wodurch der Transport Richtung Westen teurer wird. Gleichzeitig bleibt mehr Kraftstoff direkt in den Regionen der Raffinerien, weil sich der Transport weniger lohnt – was dort die Preise wieder senkt. Ein echtes Rattenschwanz-Problem also.
Wer clever tanken will, sollte laut ADAC auf die Uhrzeit achten. Seit April gilt die 12-Uhr-Regel: Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen, und zwar exakt um 12 Uhr. Gesenkt werden darf dagegen jederzeit. Deshalb empfiehlt der ADAC, am besten kurz vor 12 Uhr zu tanken, wenn die Preise meist am niedrigsten sind. Der Automobilclub kritisiert die Regel trotzdem, weil sich die Preisunterschiede innerhalb eines Tages dadurch eher vergrößert haben.
Fürs schnelle Preis-Checken lohnt sich übrigens ein Blick in Apps wie ADAC Drive, wo die Preise von über 14.000 Tankstellen bundesweit verglichen werden können.
Unterm Strich: Der Rückgang der Kraftstoffpreise setzt sich fort, aber eben nicht gleichmäßig. Wer einen Diesel fährt, merkt von der Steuersenkung aktuell weniger als Benzin-Fahrer. Und weil der Tankrabatt laut bisheriger Planung zum Jahreswechsel wieder wegfällt, lohnt es sich jetzt, beim Tanken ein bisschen mitzudenken – Uhrzeit, Region und Tankstellen-App inklusive.
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