Sturmtief Luise fegt übers Wochenende durch NRW: umgestürzte Bäume, gesperrte Bahnstrecken und zahlreiche Feuerwehreinsätze von Aachen bis Hünxe.
Von wegen gemütlicher Herbstabend mit Kuscheldecke und Kerzenschein: Sturmtief Luise, das international auch als „Austen“ durch die Wetterkarten zieht, hat NRW am Wochenende ordentlich durchgeschüttelt. Schwere Sturmböen von bis zu 90 km/h wurden gemessen, in Aachen und Geilenkirchen knackte es sogar Richtung Windstärke 101. Wer gedacht hat, der Sturm sei nur ein laues Lüftchen, wurde eines Besseren belehrt.
Die Liste der Sturmschäden liest sich wie ein Katastrophenfilm-Drehbuch. Bei Ahaus musste die Feuerwehr 33 Personen aus einem Zug der RB 51 über eine Notbrücke retten, nachdem ein umgestürzter Baum die Strecke zwischen Epe und Coesfeld blockiert hatte1. Auch rund um Aachen und Geilenkirchen kam der Zugverkehr zeitweise komplett zum Erliegen1.
In Herdecke blieb eine Frau unverletzt, nachdem ein Baum direkt auf ihr Auto gekracht war – die Feuerwehr musste sie aus dem Wagen befreien1. Noch dramatischer lief es in Meinerzhagen: Dort schlug ein Baum durch das Dach eines Wohnhauses und blieb im Kinderzimmer stecken. Zum Glück wurde niemand verletzt1.
Auch rund um Düsseldorf ging nicht mehr viel: Mehrere Autobahnauffahrten, unter anderem an der A40, A59, A1, A46, A540 und A516, waren wegen umgestürzter Bäume blockiert1. In Willich flog sogar ein Schützenfest-Mast um und krachte auf drei Autos – verletzt wurde hier zum Glück niemand1.
Dass Luise nicht nur in den großen Städten für Ärger sorgt, hat sich auch anderswo in NRW gezeigt. Wie wir bereits in einem früheren Beitrag berichtet haben, musste auch die Feuerwehr Hünxe mit elf Einsätzen gegen umgestürzte Bäume und herabgebrochene Äste ankämpfen2. Besonders kurios: Dort wurde sogar ein Imker gerettet, dessen Gerätschaften drohten, vom Dach zu stürzen2. Diese Einsätze reihen sich nahtlos in das große Bild ein, das sich landesweit zeigt – von Aachen über den Niederrhein bis ins Sauerland hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll zu tun.
Auch im Ruhrgebiet und im Ennepe-Ruhr-Kreis gab es zahlreiche kleinere Einsätze wegen umgefallener Bäume und herabfallender Äste, teilweise mit Blechschäden, aber ohne verletzte Personen1. Im Kreis Viersen rückte die Feuerwehr 17 Mal aus, im Rhein-Kreis Neuss waren es 24 Einsätze1.
Die gute Nachricht: Nach Mitternacht sollten die Sturmböen langsam Richtung Niedersachsen abziehen, das Tiefdruckzentrum bewegt sich über die Deutsche Bucht hinweg1. Die schlechte Nachricht: Ganz vorbei ist der Spuk noch nicht. Für Samstagabend und die Nacht zu Sonntag kündigt sich bereits das nächste Tief an, das NRW nochmal mit stürmischen Böen durchpusten könnte1.
Unser Tipp an dieser Stelle: Wer jetzt noch unterwegs ist, sollte besonders vorsichtig fahren. Nasses Herbstlaub, Seitenwind und Aquaplaning sind an Tagen wie diesen eine echte Kombo aus Problemen auf der Straße1. Sichert lose Gegenstände im Garten, parkt wenn möglich nicht unter Bäumen und bleibt informiert – denn ganz durch ist die Sturmsaison in NRW noch lange nicht.
Luise hat gezeigt, dass der Herbst in NRW nicht nur für Pumpkin-Spice und bunte Blätter sorgt, sondern auch für jede Menge Arbeit bei Feuerwehr, Polizei und Bahn. Von Hünxe bis Aachen, von Düsseldorf bis ins Münsterland – der Sturm hat quer durchs Land seine Spuren hinterlassen. Bleibt also wachsam, denn das nächste Tief steht schon in den Startlöchern.
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