Halloween-Demo in Köln: 5000 Teilnehmende erwartet, Polizei warnt vor Krawallen wie in Frankreich. Alle Infos zur angespannten Lage im Überblick.
Erst waren es nur ein paar Tweets, jetzt ist draus eine bundesweite Sache geworden: Unter dem Motto „Gen Z regelt“ sind für Halloween, also den 31. Oktober, Demos in ganz Deutschland angemeldet – und auch Köln ist mit dabei. Auf dem Heumarkt werden ab 14 Uhr rund 5000 Teilnehmende erwartet.1 Klingt erstmal nach ganz normalem Protest, aber die Polizei macht sich ernsthaft Sorgen.
Wir hatten euch ja schon in einem früheren Beitrag erzählt, dass die Polizei in Köln schon länger mehr Präsenz zeigt. Jetzt kommt mit der angekündigten Demo nochmal eine ganz neue Dimension dazu.2
Der Grund für die Nervosität: Was in Frankreich gerade abgeht, ist richtig heftig. Brennende Autos, geplünderte Läden – aus einem Schülerprotest ist eine echte Eskalation geworden. Und genau davor warnt jetzt auch die deutsche Polizei.1
GdP-Bundesvorsitzender Jochen Kopelke findet klare Worte: „Es ist zu bedrückend, was mir die Kollegen aus Frankreich erzählen. Das sind Straßenschlachten. Die deutsche Geschichte zeigt: Wir haben das auch.“ Dabei betont er, dass nicht die „Gen Z“ selbst das Problem sei – die distanziere sich sogar von Gewalt. Für die GdP ist es eher eine Mischung aus Linksextremisten und islamistischen Gruppen, die Bock auf Ärger mit der Polizei haben.1
Richtig kompliziert wird’s für die Polizei dadurch, dass niemand genau weiß, wo’s wirklich knallen könnte. Angekündigt sind bekannte öffentliche Plätze, aber die Sicherheitsbehörden befürchten, dass Gewaltbereite sich spontan andere Ziele suchen. „Die Unberechenbarkeit ist der große Unterschied zu Lagen wie Silvester oder einem Fußballspiel“, heißt es von der Polizei. Genau diese Unsicherheit sorgt gerade für richtig viel Nervosität – auch bei ganz normalen Bürgern, die der GdP zufolge schon besorgte Nachrichten geschickt haben.1
Die Bewegung ist quasi aus dem Nichts entstanden – ein Hashtag, der sich innerhalb weniger Tage zu einer riesigen Mobilisierung entwickelt hat. Im Impressum der Webseite wird Mitinitiator Akram Selo genannt, der betont: „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt.“ Ziel sei eine friedliche Demo.1
Allerdings gibt’s auf der Seite auch eine Checkliste, die über normale Demo-Tipps hinausgeht – unter anderem Hinweise zu Fake-Namen, Verhalten im Polizeikessel und wie man Tränengas aus den Augen spült. Klingt nicht gerade nach reiner Friedensbewegung.1
In Köln organisiert sich die Szene über eine Telegram-Gruppe mit über 1900 Mitgliedern. Aktive aus der Kölner Ortsgruppe betonen aber, dass es ihnen um friedlichen Protest gegen Lehrermangel, hohe Mieten und fehlende Perspektiven geht. Auch Marie Hacker von der Bezirksschülervertretung Köln will teilnehmen und sagt, der größte Teil der Kölner Schüler wolle einen friedlichen Protest – findet es aber bedenklich, dass Gewaltbereite das Ganze für Krawall ausnutzen könnten.1
Auch der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat die Bewegung mittlerweile im Blick – es gebe Erkenntnisse über Mobilisierungsversuche aus dem linksextremistischen Spektrum und dem auslandsbezogenen Extremismus. NRW-Innenminister Herbert Reul stellt klar: „Wir werden nicht akzeptieren, dass ein marodierender Mob unsere Städte zerstört. Proteste sind legitim, Randale werden wir stoppen.“1
Köln ist übrigens nicht allein: Auch in Frankfurt (rund 1700 Teilnehmer erwartet), München, Hamburg, Berlin, Bremen, Stuttgart, Leipzig und Düsseldorf sind Proteste angemeldet. Weitere Städte könnten laut aktuellem Stand noch dazukommen.1
Fest steht: Die Lage ist angespannt, und wie sich die Demo am 31. Oktober in Köln wirklich entwickelt, weiß aktuell niemand genau. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden, sobald es neue Infos gibt.
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