Nach Sturm „Luise“ droht mit „Manja“ schon der nächste Orkan – NRW kämpft mit umgestürzten Bäumen, Zugausfällen und Schäden. Alle Updates im Überblick.
Kaum hat sich Sturm „Luise“ über NRW ausgetobt, steht schon der nächste Wind-Kracher vor der Tür. Wir haben in einem früheren Beitrag schon berichtet, wie die Essener Feuerwehr mit 110 Einsätzen durch umgestürzte Bäume und Erdrutsche alle Hände voll zu tun hatte. Jetzt zeigt sich: Essen war nur der Anfang. „Luise“ hat quer durch Deutschland ordentlich Chaos verursacht – und Entwarnung gibt’s trotzdem nicht.2
Während in Essen die Lage inzwischen unter Kontrolle ist, sah’s anderswo in NRW nicht besser aus. Wuppertal musste zu 54 wetterbedingten Einsätzen ausrücken, Duisburg kam auf rund 40 und Bottrop auf 23. Überall das gleiche Bild: umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, blockierte Straßen. In Bochum krachte sogar ein entwurzelter Baum direkt auf ein Mehrfamilienhaus, in Hagen erwischte es zwei geparkte Autos und ein Hausdach.1
Auch der Zugverkehr hat ordentlich gelitten. Auf mehreren Regional- und S-Bahn-Strecken lagen Bäume auf den Gleisen oder in den Oberleitungen – Streckensperrungen und Zugausfälle waren die Folge. Bei Aachen musste ein ICE mit 280 Fahrgästen an Bord sogar von einer Diesellok zum Bahnhof Stolberg geschleppt werden, nachdem die Oberleitung einen Schaden hatte.1
Richtig dramatisch wurde es außerhalb von NRW. In Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis stürzte ein Baugerüst um – vermutlich durch eine heftige Windböe. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, einer schwebte sogar in Lebensgefahr und musste per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Auch im Raum Karlsruhe und Mannheim hatten Polizei und Feuerwehr mit über 130 Einsätzen zu kämpfen, dazu kam eine Radfahrerin, die von einem herabfallenden Ast am Kopf getroffen wurde.1
Wer gehofft hat, nach „Luise“ sei erstmal Ruhe, der wird enttäuscht. Schon am Sonntag rollt mit Orkantief „Manja“ der nächste Sturm an. Der Deutsche Wetterdienst rechnet an der Nordsee mit Orkanböen bis zu 120 km/h, auf dem Brocken im Harz sollen es sogar bis zu 150 km/h werden. Dazu kommt kräftiger Regen – in den westlichen Mittelgebirgen können bis zu 50 Liter pro Quadratmeter fallen, im Hochschwarzwald sogar bis zu 70 Liter innerhalb von 24 Stunden.1
Auch an der Küste wird’s ungemütlich: In Hamburg droht eine Sturmflut, die den tieferliegenden Teil des Fischmarkts unter Wasser setzen könnte. Auf Föhr wurde deshalb schon vorsorglich der Deichdurchlass am Hafen geschlossen. Wer zum Ende der Herbstferien in Niedersachsen Urlaub macht, hat ebenfalls Pech: Die Schnellfähren nach Helgoland fallen am Wochenende aus, und auch die Halligen werden am Sonntag und Montag nicht angesteuert.1
Städte wie Köln und Aachen raten weiterhin dazu, Wälder, Parks, Friedhöfe und Alleen zu meiden – die Bäume sind durch die dichte Belaubung besonders anfällig für abbrechende Äste. In Erfurt bleiben die Friedhöfe sogar das ganze Wochenende dicht. Erst ab Montag soll sich die Wetterlage laut DWD allmählich beruhigen.1
Für NRW heißt das: Augen auf beim Rausgehen, lieber einen Umweg nehmen als unter wackeligen Ästen durchzulaufen. Die Feuerwehren im Land haben gerade genug zu tun – da muss nicht noch mehr dazukommen.
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