Sturmtief Manja hat NRW ordentlich durchgeschüttelt: Bahn-Chaos auf zehn Strecken, umgestürzte Bäume und Dauereinsätze für die Feuerwehr in Dortmund und Essen.
Puh, was für ein Wochenende! Nachdem Sturmtief Luise NRW schon ordentlich durchgepustet hat, legte Manja direkt nach. In einem früheren Beitrag haben wir euch schon erzählt, dass Manja mit Böen von bis zu 130 km/h unterwegs ist, auch wenn NRW nicht ganz so heftig wie die Küstenregionen getroffen wurde. Jetzt wissen wir: Ganz glimpflich kamen wir trotzdem nicht davon.2
In der Nacht zu Sonntag zog Manja dann richtig über NRW hinweg, und besonders das Sauerland hat’s erwischt. In Arnsberg-Müschede wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 87 km/h gemessen, in Soest waren es 83 km/h. Dazu kam noch jede Menge Regen – in Monschau fielen bis zu 41 Liter pro Quadratmeter. Der Deutsche Wetterdienst warnte deshalb bis Sonntagvormittag vor Dauerregen und möglichen Überflutungen auf Straßen und in Unterführungen.1
Wer am Sonntagmorgen mit der Bahn unterwegs sein wollte, hatte definitiv nicht den entspanntesten Start ins Wochenende. Laut „zuginfo.nrw“ waren gleich zehn Strecken von den Sturmfolgen betroffen. Zwischen Wanne-Eickel und Bochum-Riemke sowie zwischen Gelsenkirchen und Essen blockierten umgestürzte Bäume die Gleise. Auch zwischen Hattingen (Ruhr) Mitte und Hattingen (Ruhr) ging nichts mehr, weshalb Züge aus Oberhausen schon in Hattingen enden mussten. Auf der Strecke zwischen Gelsenkirchen-Buer Nord und Recklinghausen gab’s sogar Schäden an der Oberleitung.1
Im Laufe des Tages kam dann aber langsam Entspannung: Der umgestürzte Baum zwischen Bönen und Unna wurde beseitigt, RE7 und RE13 fahren wieder normal. Auch zwischen Gelsenkirchen Hauptbahnhof und Essen ist die Strecke wieder frei, auch wenn die S2 noch mit vereinzelten Verspätungen kämpft. Gleiches gilt für die RB43 zwischen Herne und Dortmund-Bövinghausen und die RB54 zwischen Lendringsen und Neuenrade – beide Strecken sind wieder befahrbar, aber Verspätungen und Teilausfälle bleiben erstmal an der Tagesordnung.1
Auch abseits der Schienen war in der zweiten Sturmnacht ordentlich was los. In Dortmund-Körne stürzte gegen 3.30 Uhr ein Baum auf ein Mehrfamilienhaus und zerstörte dabei den Dachstuhl. Weitere Bäume fielen auf Gebäude und Autos, und durch den starken Dauerregen standen zusätzlich Straßen und Unterführungen unter Wasser. Die Feuerwehr war bis in den frühen Sonntagmorgen im Dauereinsatz.1
Essen hat’s ebenfalls kräftig erwischt: Zwischen Samstag 15 Uhr und Sonntag 12 Uhr musste die Feuerwehr zu 66 weiteren sturmbedingten Einsätzen ausrücken. Umgestürzte Bäume und herabfallende Äste beschädigten Autos, Straßenlaternen und Stromleitungen. Besonders der Südosten der Stadt war betroffen, dort mussten zahlreiche Straßen von umgestürzten Bäumen befreit werden.1
Sturmtief Manja hat gezeigt, dass der Herbst in NRW nicht zu unterschätzen ist. Zusammen mit Vorgänger Luise sorgte sie für zahlreiche Feuerwehreinsätze, umgestürzte Bäume und erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr. Zum Glück gab es bei den Einsätzen in Dortmund und Essen keine ernsthaften Verletzten, auch wenn der Sachschaden an Häusern, Autos und Infrastruktur beachtlich ausfiel.1
Wer in den kommenden Tagen mit der Bahn unterwegs ist, sollte trotz der Entwarnung weiterhin ein Auge auf aktuelle Verbindungen werfen – Verspätungen und Teilausfälle können sich noch eine Weile ziehen. Und generell gilt: Bei stürmischem Wetter lieber einen Bogen um Wälder und Parks machen, denn auch wenn die größte Welle erstmal durch ist, können einzelne Äste oder angeschlagene Bäume weiterhin eine Gefahr darstellen.
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