Nach Sturm „Luise“ zieht jetzt „Manja“ über Deutschland – mit Orkanböen bis 130 km/h. Was das für NRW bedeutet und wie die Lage aktuell aussieht.
Kaum hat sich Sturmtief „Luise“ verzogen, steht schon der nächste Name auf dem Wetterplan: „Manja“. Wir hatten euch in einem früheren Beitrag schon erzählt, dass es in NRW nach „Luise“ nicht ruhiger wird – und genau das bestätigt sich jetzt. Laut Deutschem Wetterdienst zieht das neue Tief vom Nordatlantik heran und sorgt vor allem in der Nacht für erneut auffrischenden Wind.
Nach einer kurzen Verschnaufpause am Samstag legt „Manja“ ab dem Abend wieder los. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt, sind im Binnenland auch in tieferen Lagen Böen bis zu 75 Kilometer pro Stunde drin. In Hochlagen und an den Küsten könnten es sogar bis zu 100 Kilometer pro Stunde werden. Richtig ungemütlich wird’s vor allem an der Nordsee und in Schleswig-Holstein: Dort sind laut DWD vereinzelt Orkanböen von bis zu 130 Kilometern pro Stunde möglich, das Maximum wird für den Sonntagnachmittag erwartet.
Immerhin gibt’s eine kleine Entwarnung: Der DWD erklärt, dass „Manja“ uns nicht noch kräftiger durchpustet, liege vor allem an der Zugbahn des Tiefs. Es halte einen gewissen Abstand, wodurch die Sturmlage noch erträglich bleibe. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Es hätte schlimmer kommen können.“
Bevor „Manja“ übernimmt, hat „Luise“ noch ordentlich Spuren hinterlassen. Nach Angaben von upday.com wurden im Westen und Südwesten Deutschlands mehrere Menschen verletzt, der Bahnverkehr geriet vielerorts durcheinander. In Nastätten in Rheinland-Pfalz stürzte während eines Marktes ein Gerüst durch eine Windböe um, zwei Menschen wurden dabei schwer verletzt, einer schwebte laut upday.com in Lebensgefahr und musste per Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. In Seligenstadt in Hessen traf ein herabfallender Ast einen Radfahrer, im saarländischen Lebach wurde ein Fußgänger von einem Werbeschild getroffen.
Auch der Zugverkehr litt massiv: Am Karlsruher Hauptbahnhof geriet ein Gegenstand in die Oberleitung, bei Aachen strandete ein ICE mit 280 Fahrgästen nach einem Oberleitungsschaden und musste abgeschleppt werden. Umgestürzte Bäume blockierten zudem Gleise bei Neuss und in Stuttgart.
Auch bei uns in Nordrhein-Westfalen waren die Feuerwehren bereits wegen „Luise“ zu Hunderten Einsätzen unterwegs, umgestürzte Bäume und blockierte Straßen waren keine Seltenheit. Mit „Manja“ im Anmarsch bleibt die Lage angespannt – auch wenn der Schwerpunkt des Sturms diesmal eher im Norden Deutschlands liegt.
Wer am Wochenende unterwegs ist, sollte weiterhin mit Einschränkungen rechnen. Nach den Erfahrungen mit „Luise“, bei der laut upday.com sogar die Autobahn 1 in Remscheid zeitweise durch einen umgestürzten Baum blockiert war, ist auch bei „Manja“ Vorsicht angesagt. Besonders in Wald- und Parknähe kann es durch den Wind weiterhin gefährlich werden. Auch im Bahnverkehr könnte es laut DWD und upday.com erneut zu Verzögerungen kommen, falls Bäume oder Äste auf die Gleise fallen.
Zwei Stürme innerhalb weniger Tage – das zeigt, wie turbulent der Herbst 2026 bisher verläuft. Während „Luise“ schon jede Menge Schäden angerichtet hat, bringt „Manja“ laut DWD vor allem im Norden Deutschlands nochmal richtig Wind mit. Für NRW heißt es: aufmerksam bleiben, auf aktuelle Wetterwarnungen achten und bei Spaziergängen lieber einen Bogen um Wälder und Parks machen.
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