Wildwechsel-Gefahr steigt: Nach der Zeitumstellung sind viele Tiere genau im Berufsverkehr unterwegs. So fahrt ihr sicher durch die dunkle Jahreszeit.
Dunkle Morgen, früher Sonnenuntergang – und mittendrin: Rehe, Wildschweine und Co., die genau dann unterwegs sind, wenn auch wir auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause sind. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg warnt aktuell vor einer erhöhten Wildunfallgefahr, wie proplanta.de berichtet. Der Grund: Mit der Zeitumstellung verschiebt sich der Berufsverkehr wieder stärker in die Dämmerung, also genau in die Phase, in der viele Wildtiere am aktivsten unterwegs sind.
Laut Mitteilung des Verbands ist das Risiko für einen Zusammenstoß besonders zwischen 6 und 9 Uhr morgens hoch. Auch nachmittags wird’s kritisch: Die Dämmerung beginnt aktuell schon gegen 17 Uhr. LJV-Hauptgeschäftsführer René Greiner erklärte laut der Mitteilung, dass viele Wildtiere derzeit verstärkt auf Nahrungssuche seien, um sich Energiereserven für den Winter anzulegen – und dafür oft Straßen überqueren müssen. Hinzu kommt: Wildschweine befinden sich gerade in der Paarungszeit und können für die Partnersuche weite Strecken zurücklegen.
Wie groß das Problem tatsächlich ist, zeigen die Statistiken aus Baden-Württemberg: Rund 25.900 Wildunfälle gab es dort im vergangenen Jahr, am häufigsten mit Rehen. Dabei wurden 262 Menschen verletzt, 39 davon schwer, wie der LJV unter Berufung auf das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilte. Fast die Hälfte dieser Unfälle passierte auf Landes- und Kreisstraßen – also genau dort, wo viele von uns täglich unterwegs sind.
Der Landesjagdverband hat ein paar klare Tipps parat. Schon kleine Anpassungen beim Tempo machen einen riesigen Unterschied: Wer statt 100 nur 80 km/h fährt, reduziert seinen Bremsweg um satte 25 Meter. Taucht im Scheinwerferlicht plötzlich ein leuchtendes Augenpaar auf, heißt es: runter vom Gas, hupen und abblenden. Und ganz wichtig – das Warnblinklicht einschalten, damit auch die Autos hinter euch gewarnt sind.
Außerdem gilt laut Verband: Ein Tier kommt selten allein. Gerade bei Rehen und Wildschweinen muss man mit Nachzüglern rechnen. Lässt sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden, sollte man auf keinen Fall unkontrolliert ausweichen, sondern das Lenkrad festhalten.
Kommt es doch zum Unfall, sollte als Erstes die Warnblinkanlage an. Wer das Auto verlässt, sollte eine Warnweste anziehen und ein Warndreieck aufstellen, so die Empfehlung des Jagdverbands. Ganz wichtig: Ein Wildunfall muss immer der Polizei gemeldet werden – auch wenn das Tier nicht mehr zu sehen ist. Sind Menschen verletzt, gilt sofort der Notruf 112 und Erste Hilfe. Danach heißt es warten, bis Polizei oder Jäger eintreffen.
Fazit: Die dunklere Jahreszeit bringt nicht nur Pumpkin-Spice und Kuscheldecke mit sich, sondern eben auch mehr Wildtiere auf unseren Straßen. Ein bisschen mehr Vorsicht und ein etwas reduziertes Tempo können da schon einiges bewirken.
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