Ein kleines Graffiti an der Kölner Hafenbrücke sorgt für Aufsehen: Steckt Banksy dahinter oder doch der Kölner Künstler seiLeise?
An der Niehler Hafenbrücke in Köln sorgt ein kleines Graffiti gerade für ordentlich Gesprächsstoff. Entdeckt wurde das Werk an einem Trafohäuschen direkt am Fußende der Brücke, auf der Rheinseite neben einem Parkplatz. Zu sehen ist ein Kind von hinten in einer orangefarbenen Rettungsweste, dazu der Schriftzug „Sea Rescue is not a crime“ in schwarzer Schablonenschrift – der Rest des Bildes bleibt komplett in Schwarz-Weiß gehalten.
Nach Angaben von hallo-muenchen.de ist es Rentner Rick Mulligan, der regelmäßig mit seinen Hunden an der Stelle vorbeikommt, der auf das Kunstwerk aufmerksam wurde. Ihm fiel die Machart besonders auf: Das Bild sei mit rund 60 Zentimetern recht klein und bescheiden gehalten, aber extrem typisch für einen echten Banksy. Ob tatsächlich der weltberühmte, anonyme britische Street-Art-Künstler hinter dem Werk steckt, ist allerdings alles andere als sicher.
Wie hallo-muenchen.de berichtet, deutet vieles darauf hin, dass das Werk nicht von Banksy, sondern von einem Künstler aus der eigenen Stadt stammt: „seiLeise“, bürgerlich Tim Ossege. Der Kölner arbeitet eigenen Angaben zufolge seit 2010 unter diesem Namen in der Street-Art-Szene. In seiner Online-Galerie verkauft Ossege unter dem Titel „Sea Rescue“ seit April 2025 eine limitierte Edition, die ein Kind von hinten in nahezu identischer oranger Jacke mit fast demselben Schriftzug zeigt.
Ein Detail unterscheidet die beiden Werke jedoch: Auf dem Original aus der Galerie zieht das Kind an einer Schnur ein kleines blaues Spielzeugboot hinter sich her. Dieses Boot fehlt auf dem Wandbild an der Niehler Hafenbrücke komplett.
Eine offizielle Bestätigung, dass Tim Ossege tatsächlich für das Werk in Niehl verantwortlich ist, gibt es bislang weder von ihm selbst noch von Dritter Seite. Auf seiner Website schreibt der Künstler laut hallo-muenchen.de, dass neben der Zusammenarbeit mit Galerien die unautorisierte Gestaltung des urbanen Raums ein zentraler Punkt seiner Arbeit bleibe und Jahr für Jahr neue Street-Art-Werke in deutschen Städten entstünden. Ein Stil, der zu einem unangekündigten Auftauchen eines solchen Werks in Niehl passen würde.
Ob Köln also tatsächlich seinen ersten echten Banksy bekommen hat oder ob das Werk schlicht einem heimischen Street-Art-Künstler zuzuschreiben ist, bleibt vorerst offen. Klar ist: Die kleine Szene am Trafohäuschen sorgt weiterhin für Diskussionen.
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