Vor dem Gen-Z-Protest am Samstag verbarrikadieren sich Luxusläden auf der Düsseldorfer Kö – die Polizei rechnet mit tausenden Teilnehmenden und Verkehrschaos.
Holzplatten statt Schaufenster, Baugerüste statt Dekoration: Auf der Düsseldorfer Königsallee sieht es gerade ziemlich ungewöhnlich aus. Grund dafür sind mehrere angemeldete Demos, die am Samstag, den 31. Oktober, in der Innenstadt stattfinden sollen.1 Schon am Donnerstag haben erste Händler angefangen, ihre Läden zu sichern – und das aus gutem Grund.
Hinter dem Ganzen steckt die bundesweite Initiative „Gen Z regelt“. Auf deren Website haben mehr als 5.000 Leute angegeben, in Düsseldorf dabei sein zu wollen – allerdings unverbindlich.1 Laut Polizei wurde zusätzlich eine Demo gegen Sozialkürzungen von einer Privatperson angemeldet, mit erwarteten 500 Teilnehmenden.1 Was am Ende wirklich zusammenkommt, weiß also noch keiner so genau.
„Wir wissen alle nicht, was da kommt“, sagt Andrea Greuner, Geschäftsführerin der Interessengemeinschaft Königsallee.1 Die Maßnahmen seien reine Prävention – aber eben auch nötig, wenn man sich die Bilder aus Frankreich anschaut, wo bei ähnlichen Protesten auch Luxusläden ins Visier geraten sind.1 Manche Händler wollen ihre Geschäfte sogar komplett ausräumen, damit es im Fall von Plünderungen einfach nichts zu holen gibt.1 Gerade jetzt, kurz vorm Weihnachtsgeschäft, können sich die Läden teure Schäden an den Schaufenstern einfach nicht leisten.
Auch die Polizei lässt die Lage nicht unbeobachtet. Besonders Aufrufe zu Provokationen in sozialen Netzwerken stehen im Fokus, weil befürchtet wird, dass sich gewaltbereite Personen unter die friedlichen Demonstrierenden mischen könnten.1 Ab Mittag rechnet die Polizei mit spürbaren Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt und empfiehlt allen, die in die City wollen, lieber auf Bus und Bahn umzusteigen – vor allem die U-Bahn soll für An- und Abreise genutzt werden.1
Klar ist aber auch: Das Demonstrationsrecht wird geschützt. Friedliche Teilnehmer sollen sich einfach deutlich von möglichen Störern distanzieren. Thorsten Fleiß, Direktionsleiter Gefahrenabwehr/Einsatz, bringt es so auf den Punkt: „Deeskalation hat für uns stets Vorrang, wo immer es möglich ist.“1 Wer sich aber nicht an die Regeln hält und Gewalt ausübt, muss mit konsequentem Einschreiten rechnen.1
Wenn ihr am Wochenende sowieso in Düsseldorf unterwegs sein wolltet, solltet ihr auf jeden Fall ein bisschen mehr Zeit einplanen und checken, wie die Lage vor Ort gerade aussieht. Die Innenstadt wird definitiv voller sein als sonst, und mit Verkehrschaos ist fest zu rechnen. Am besten also: Auto stehen lassen, Bahn nehmen und einfach entspannt bleiben – egal, was am Samstag auf der Kö wirklich passiert.
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