Nach den GenZ-Protesten eskaliert die Lage auf der Kölner Domplatte erneut: Flaschenwürfe, Verletzte und Ingewahrsamnahmen durch die Polizei.
Nachdem es bei den „Gen Z regelt“-Protesten in Köln bereits zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen war, wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, ging die Randale am Abend direkt weiter. Auf der Domplatte nahe dem Kölner Hauptbahnhof eskalierte die Situation erneut, diesmal mit rund 200 teils randalierenden Personen. Es flogen Flaschen und sogar Fahrräder auf Einsatzkräfte, mindestens eine Person wurde dabei verletzt.
Wie 24rhein berichtet, setzte die Polizei fünf Personen in Gewahrsam. In einer Nebenstraße ging zudem eine Fensterscheibe zu Bruch, nachdem Randalierer einen E-Scooter dagegen geworfen hatten. Eine Polizeisprecherin sprach von einem „dynamischen Lagebild“ – die Einsatzkräfte mussten immer wieder neu zusammengezogen werden, um auf die sich verändernde Situation zu reagieren.
Nach mehreren Zusammenstößen entschied sich die Polizei laut eigenen Angaben dazu, die große Gruppe am Dom aufzulösen, um die Lage zu deeskalieren. Ruhig wurde die Nacht dadurch aber nicht sofort: Kleinere Gruppen zogen weiter durch die Kölner Innenstadt, vereinzelt flogen noch Feuerwerkskörper. Die Polizeisprecherin ordnete diese späteren Vorfälle allerdings eher dem Halloween-Geschehen zu als einem direkten Nachklang der „Gen Z“-Proteste.
Schon zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass es an mehreren Stellen im Stadtgebiet zu Einsätzen kam, weil Störer Böller und Raketen zündeten. Die Beamten reagierten mit einer Mischung aus Präsenz und gezielten Eingriffen, um größere Eskalationen zu verhindern.
Köln war an diesem Abend kein Einzelfall. Wie das Handelsblatt berichtet, kam es auch in Frankfurt zu massiven Ausschreitungen: Dort drangen mehrere Personen in Geschäfte ein und stahlen Turnschuhe und andere Gegenstände, ein Waffenfachgeschäft wurde ebenfalls attackiert. Die Polizei sprach davon, dass sogar Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geflogen seien. Die Frankfurter Polizei musste daraufhin die komplette Einkaufsstraße Zeil absperren.
Auch aus anderen deutschen Städten wurden Zwischenfälle gemeldet: Aus Berlin kamen Flaschen-, Böller- und Eierwürfe, aus Hamburg wurde von brennenden Barrikaden berichtet. Dort zündeten laut Handelsblatt schwarz gekleidete und teils vermummte Personen Pyrotechnik und setzten Baustellenabsperrungen in Brand. In mehreren Städten musste die Polizei Wasserwerfer einsetzen, auch in Hannover und Bremen kam es zu Zwischenfällen.
Die Initiative „Gen Z regelt“, die zu den ursprünglich friedlichen Demonstrationen in mehr als 30 deutschen Städten aufgerufen hatte, zog laut Handelsblatt zunächst ein positives Fazit zu den eigentlichen Kundgebungen. Ein Sprecher der Initiative betonte jedoch, dass man keinen Einfluss auf das Geschehen nach Ende der offiziellen Veranstaltungen gehabt habe. Die Initiative distanzierte sich klar von den Ausschreitungen und kündigte an, sich auch an europaweiten Protesten am 20. November beteiligen zu wollen.
Die Gewerkschaft der Polizei zog unterdessen eine gemischte Bilanz: Die eigentlichen Proteste der Gen Z seien sehr friedlich verlaufen, hieß es. Für die Gewalt im Nachgang seien vor allem „autonome und zum Teil vermummte Personen“ verantwortlich gewesen. Die Einsatzkräfte blieben deshalb auch in den späten Abend- und Nachtstunden in erhöhter Bereitschaft, um weitere Ausschreitungen zu verhindern.
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