Bei der Gen-Z-Demo in Köln kam es zu Gewalt: Polizeipräsident Hermanns verurteilt die Ausschreitungen, Die Linke kritisiert dagegen die Polizei.
Eigentlich wollten junge Menschen in Köln für ihre Zukunft auf die Straße gehen – bei der sogenannten Gen-Z-Demo. Doch am Rande der Veranstaltung ist es zu heftigen Ausschreitungen gekommen.1 Statt eines friedlichen Statements blieb vielen die Erinnerung an Chaos und Gewalt.
Kölns Polizeipräsident Johannes Hermanns hat sich dazu geäußert und macht dabei kein Geheimnis aus seiner Enttäuschung. „Es ist traurig und trifft mich sehr, dass junge Menschen, die friedlich für ihre Zukunft demonstrieren wollten, heute von Extremisten unterwandert wurden, die nichts anderes als Gewalt im Sinn hatten“, so Hermanns gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.1 Seine Botschaft ist eindeutig: Die eigentliche Demo war friedlich gemeint, wurde aber von Leuten missbraucht, die von Anfang an auf Krawall aus waren.
Besonders wichtig ist Hermanns dabei, zwischen den friedlichen Teilnehmenden und den Gewalttätern zu unterscheiden. „Ich danke den vielen Friedlichen, die erkannt haben, dass man sie als Schutzschild benutzen wollte. Sie haben sich von Chaoten distanziert und sich entfernt, nachdem die ursprüngliche Versammlung beendet war“, erklärte der Polizeipräsident.1 Also: Viele junge Leute haben die Lage schnell durchschaut und sich bewusst von der Eskalation ferngehalten – bevor es richtig gekracht hat.
Ganz so einstimmig fällt das Fazit zu den Ereignissen aber nicht aus. Die Partei Die Linke erhebt im Zusammenhang mit der Demo auch Vorwürfe gegen die Polizei selbst.1 Damit zeigt sich: Die Aufarbeitung der Ereignisse ist komplexer als nur „friedliche Demonstranten gegen Extremisten“ – es gibt offenbar auch Diskussionsbedarf über das Vorgehen der Einsatzkräfte.
Unterm Strich zeigt der Fall einmal mehr, wie schnell eine eigentlich friedliche Versammlung von außen instrumentalisiert werden kann. Für die jungen Menschen, die wirklich für ihre Anliegen auf die Straße gehen wollten, ist das bitter – sie wurden quasi zum Schutzschild für Gewalt gemacht, die gar nicht ihr Ziel war. Gleichzeitig bleibt die Frage im Raum, wie die Polizei in solchen Situationen agiert und ob da alles optimal gelaufen ist. Klar ist: Das Thema wird in Köln sicher noch für Gesprächsstoff sorgen.
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