Straßenfest auf der Rochdale-Kaserne in Bielefeld: Die Initiative Wohnraum statt Waffen kämpft mit Musik, DJs und Infoständen für zivile Nutzung statt…
Auf dem Gelände der Rochdale-Kaserne in Bielefeld steigt ein „Straßenfest für Alle!“ – und es könnte das letzte seiner Art auf dem Gelände sein. Laut Ankündigung auf bielefeld.jetzt findet die Veranstaltung an einem Tag statt, an dem das Gelände möglicherweise zum letzten Mal überhaupt geöffnet ist. Schauplatz ist die Oldentruper Straße 65, direkt an der Haltestelle „Sieker Mitte“ der Linie 4 – von dort aus kommt ihr also easy mit der Bahn hin.
Veranstaltet wird das Fest von der Initiative „Wohnraum statt Waffen“. Die setzt sich dafür ein, dass die Kasernennutzung als Frei-Raum für Begegnungen, Kultur, Sport und Wohnraum weitergeht. Ihre Forderung: ein solidarisches Viertel statt Bundeswehrstandort in Bielefeld – und statt städtischer Sozialkürzungen. Das Gelände wird von der Initiative als „Freiraum Rochdale“ bezeichnet.
Nach Angaben der Initiative, veröffentlicht auf der Seite von LINKE LANDSCHAFT, geht es bei dem Fest nicht nur ums Feiern, sondern auch ums Sichtbarmachen der eigenen Anliegen. Wer mehr über die Hintergründe, die Social-Media-Kanäle der Initiative oder die begleitende Petition wissen will, findet entsprechende Links im Netz.
Am Samstag gab es laut Ankündigung ordentlich was zu erleben: Live-Musik, Tänze und DJs sorgten für Stimmung, dazu ein Spielmobil und eine Kinderschmink-Station für die kleinen Besucher. An Infoständen konnten sich Interessierte über die Ziele der Initiative informieren. Mitgebrachte Kuchen und Snacks waren ausdrücklich erwünscht – nur das gemeinsame Kochen, das bei früheren Terminen Teil des Programms war, fiel diesmal aus.
Wichtig für alle, die kurzfristig überlegt haben, vorbeizuschauen: Das Fest sollte laut Ankündigung auch bei schlechtem Wetter stattfinden. Von Regenschauern ließ sich die Initiative also nicht die Laune verderben.
Hinter dem bunten Programm steckt ein ernstes Anliegen. Die Initiative „Wohnraum statt Waffen“ nutzt Veranstaltungen wie dieses Straßenfest, um auf ihre Forderung nach ziviler Nutzung der Rochdale-Kaserne aufmerksam zu machen. Statt eines Bundeswehrstandorts wünscht sie sich ein Viertel, das Raum für Begegnung, Kultur und bezahlbaren Wohnraum bietet – und das in einer Stadt, die laut Initiative mit städtischen Sozialkürzungen zu kämpfen hat.
Die Stadt Bielefeld selbst führt auf ihrer Webseite ebenfalls Informationen zum sogenannten „Rochdale-Sommer“ sowie zu den Rochdale Barracks allgemein. Wer sich einen Überblick über die offizielle Seite der Geländenutzung verschaffen will, findet dort weiterführende Infos.
Ob und wie es mit dem Freiraum Rochdale weitergeht, bleibt offen. Die Ankündigung des Straßenfests deutet jedenfalls darauf hin, dass die Zukunft des Geländes als offener Treffpunkt ungewiss ist. Für die Initiative dürfte das ein Grund mehr sein, mit Aktionen wie dieser weiter Druck zu machen und ihre Forderungen nach ziviler Nutzung lautstark zu vertreten.
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