Düsseldorf will ab 2027 das Rauchen in überdachten Haltestellen verbieten. Wie andere NRW-Städte wie Köln und Oberhausen mit dem Thema umgehen, erfährst du…
Wer in Düsseldorf an der Haltestelle auf Bus oder Bahn wartet und dabei qualmt, muss sich bald warm anziehen – zumindest, wenn es ums Rauchen geht. Die Stadt plant eine Änderung ihrer Straßenordnung, die das Rauchen und auch die Nutzung von E-Zigaretten und Verdampfern in überdachten Warteanlagen verbietet. Wie die Tagesschau berichtet, soll die neue Regelung zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Der Verkehrsausschuss der Stadt Düsseldorf hat die Neufassung bereits am 7. Oktober auf den Weg gebracht. Am 12. November muss der Rat final zustimmen, dann steht dem Rauchverbot im Wartehäuschen nichts mehr im Weg. Wichtig zu wissen: Auf dem offenen Bürgersteig bleibt Rauchen weiterhin erlaubt, betroffen sind wirklich nur die überdachten Bereiche direkt an der Haltestelle. Wer sich trotzdem nicht dran hält, begeht künftig eine Ordnungswidrigkeit – und die kann ein Bußgeld nach sich ziehen.
Ganz neu ist das Thema Rauchverbot im Nahverkehr allerdings nicht. In den unterirdischen Bahnsteigen der Rheinbahn und in Bahnhöfen der Deutschen Bahn gilt ein Rauchverbot schon länger. Auch historisch ist das Thema in Düsseldorf präsent: Schon 2011 wurde laut NRZ im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee ein Rauchverbot konsequent durchgesetzt – damals ging es vor allem um die letzten Rückzugsorte der Raucher unter der Erde.
Für die Rheinbahn ist die Richtung klar: Fahrgäste sollen sich an Haltestellen und in den Fahrzeugen wohlfühlen. Dazu gehören laut Tagesschau ein angenehmes Umfeld und gegenseitige Rücksichtnahme – denn Rauch und Dampf können gerade dort stören, wo viele Menschen auf engem Raum zusammen auf Bus oder Bahn warten. In den U-Bahn-Stationen ist Rauchen ebenso wie das Nutzen von E-Zigaretten und Verdampfern schon jetzt verboten, auch in überdachten Wartehallen gilt bereits ein Rauchverbot. Entsprechende Hinweisschilder machen vor Ort darauf aufmerksam.
Düsseldorf ist mit diesem Vorstoß Vorreiter in NRW, aber nicht die einzige Stadt, die sich mit dem Thema beschäftigt. In Köln setzen die Verkehrsbetriebe eher auf Aufklärung statt auf ein hartes Verbot: Mit Plakataktionen wie „Macht aus der Haltestelle keine Raucherecke“ appellieren sie an die Fahrgäste. In Oberhausen ist dagegen auf der Bustrasse zum Centro schon seit zwei Jahren das Rauchen außerhalb speziell gekennzeichneter Bereiche verboten – der Betreiber STOAG hat das direkt in seinen Beförderungsbedingungen festgeschrieben.
Der Grund, warum nicht einfach jede Stadt ein pauschales Verbot aussprechen kann: Viele Wartehäuschen stehen auf öffentlichem Grund. Die Verkehrsbetriebe selbst können dort also gar kein Rauchverbot verhängen. Das geht laut Tagesschau nur über den Umweg einer städtischen Verordnung – genau wie es Düsseldorf jetzt macht.
Übrigens ist das Rauchverbot nicht die einzige Neuerung, die Düsseldorf für das kommende Jahr plant. Auch ein Bettelverbot soll ab 2027 eingeführt werden, wie die Tagesschau berichtet.
Ob Düsseldorfs Vorstoß Schule macht, bleibt abzuwarten. Fest steht: Das Thema Rauchen im ÖPNV beschäftigt NRW-Städte schon länger – von Plakataktionen über Beförderungsbedingungen bis hin zu echten Verordnungen gibt es ganz unterschiedliche Ansätze. Für Raucherinnen und Raucher in Düsseldorf heißt es ab 2027 jedenfalls: Kippe aus, bevor es ins Wartehäuschen geht.
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!