Kinderarmut in NRW: Über 620.000 Kinder betroffen. Zahlen, Ursachen & Wege aus der Armut im Überblick. Haupt-Keyword: Kinderarmut NRW.
In Nordrhein-Westfalen leben rund 3,2 Millionen Kinder und Jugendliche. Davon wachsen etwa 19,2 Prozent – über 620.000 Kinder und Jugendliche – in relativer Armut auf, das heißt, sie leben mit ihrer Familie unterhalb der Armutsschwelle von etwa 2.062 Euro monatlichem Einkommen (für zwei Erwachsene und ein Kind). Fast 800.000 Kinder und Jugendliche gelten sogar als armutsgefährdet. Das Thema ist damit in NRW allgegenwärtig und betrifft viele Familien direkt.
Arbeiter-Samariter-Bund NRW e.V.
Armut in Familien hat direkte Auswirkungen auf die Lebenswelt der Kinder. Sie können seltener Sport treiben, kein Instrument lernen oder im (kostenpflichtigen) Verein mitmachen. Kulturelle Teilhabe wie Kinobesuche oder das Einladen von Freunden bleibt oft aus. Die Ernährungsweise ist oft von günstigem Fastfood geprägt, die Wohnungen sind beengt und Arztbesuche sind seltener. Kinder in Armut lernen zudem häufig nicht, wie man mit Geld umgeht.
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Oft beginnt die Problematik schon im Kleinkindalter. Viele Eltern verfügen lediglich über einen niedrigen Berufsabschluss und sind selbst in einer belastenden Lebenssituation. Das erschwert eine intensive Förderung der Kinder. So fällt etwa das Sprechen-Lernen schwerer. Schulerfolge sind weniger wahrscheinlich, der Bildungsabschluss ist häufiger schlechter als bei Gleichaltrigen aus finanziell gesicherten Verhältnissen. Schwierigkeiten beim Übergang von Kindergarten in Schule oder von der Schule in die Ausbildung sind alltäglich.
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Die sogenannte Armutsspirale beschreibt den Zusammenhang von schlechten Startbedingungen und ausbleibenden Erfolgserlebnissen. Sie erschwert es, mit Zufriedenheit zu leben, das eigene Potenzial zu entfalten oder stabile Beziehungen aufzubauen. Armut dringt in alle Lebensbereiche ein und macht es für Betroffene besonders schwer, dem Teufelskreis zu entkommen.
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Kinderarmut in Nordrhein-Westfalen ist keine Randerscheinung. Sie betrifft jede fünfte Familie und ist Ausdruck gesellschaftlicher Ungleichheit. Wie der Armutsforscher Christoph Butterwegge festhält, hängt in einem Wohlstandsland wie Deutschland die finanzielle Situation maßgeblich über die späteren Lebenschancen der Kinder. Je stärker die Wirtschaft wächst, desto größer wird teils die Spaltung, weil Sozialleistungen nicht automatisch mit den Löhnen steigen.
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Handlungsfelder in der Armutsprävention setzen vor allem bei sozialer und kultureller Teilhabe an. Inklusive, möglichst kostenfreie Angebote für Kinder aus allen sozialen Schichten sind essenziell. Wichtig ist zudem, betroffene Kinder und Jugendliche selbst an Entscheidungen zu beteiligen und Ganztags-Kinderbetreuung auszubauen, um Elternteile besser beruflich einbinden zu können. Besondere Unterstützung ist an Übergängen in Bildungs- oder Ausbildungsphasen notwendig. Zentral sind durchlässige Bildungssysteme und eine armutssensible Elternarbeit, um die Spirale von Armut zu durchbrechen und mehr Chancengleichheit in NRW zu schaffen.
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