Solar-Ausbau auf kommunalen Dächern: Städte treiben Photovoltaik-Förderung in NRW, Berlin und Leipzig voran.
Die Nutzung erneuerbarer Energien auf öffentlichen Gebäuden gewinnt in vielen deutschen Städten an Fahrt. Kommunen wie Leipzig, Berlin und zahlreiche Orte in Nordrhein-Westfalen machen mit dem flächendeckenden Ausbau von Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern wichtige Schritte bei der Energiewende – und setzen damit deutschlandweit Maßstäbe.
Immer mehr Städte statten ihre kommunalen Gebäude systematisch mit Photovoltaikanlagen aus, um günstigen und nachhaltigen Strom vor Ort zu erzeugen. Leipzig, Berlin und Nordrhein-Westfalen gehen hierbei mit jeweils eigenen Modellen und Programmen voran (klimareporter°).
In Leipzig werden die Dächer kommunaler Gebäude zunehmend mit Solaranlagen ausgerüstet. Die Leipziger Kommunale Energieeffizienz GmbH (LKE), eine Tochter der Stadtwerke Leipzig, baut und betreibt diese Anlagen. Schulen, Kitas, Feuerwachen und Sporthallen profitieren: So können beispielsweise allein 23 Leipziger Schulen mit einer installierten Leistung von insgesamt 1,2 Megawatt etwa 1.200 Megawattstunden Strom jährlich produzieren – genug für den Jahresbedarf von über 1.000 Haushalten.
Der Stadtrat in Leipzig hat im Oktober 2021 ein Programm beschlossen, das die Ausrüstung bestehender und neuer Gebäude mit Photovoltaik vorsieht. Die LKE liefert den Strom direkt vom Dach günstiger als Strom aus dem Netz. Ein ähnliches Tempo schlägt Dresden ein: Dort werden jährlich weitere städtische Dächer und Fassaden mit Solarmodulen ausgestattet. In Berlin ist die Solarpflicht auf öffentlichen Neubauten und Bestandsgebäuden seit dem Klimaschutzgesetz vorgeschrieben. Bis Ende 2024 muss die technik-nutzbare Fläche öffentlicher Gebäude mit Solaranlagen ausgestattet werden – immer unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit.
Nordrhein-Westfalen bietet Kommunen über ein eigenes Förderprogramm finanzielle Unterstützung beim Ausbau der Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden wie Rathäusern, Feuerwehren oder Bibliotheken. Aktuell stehen hierfür 30 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Dies hilft den Städten, die Investitionskosten zu stemmen, denn Bundesförderungen existieren bislang nicht explizit für diesen Bereich.
Sollte der Ausbau in diesem Tempo weitergehen, könnten bereits innerhalb weniger Jahre erhebliche Teile des öffentlichen Strombedarfs dezentral und klimafreundlich gedeckt werden. Die Vorbildfunktion der Kommunen könnte zudem die private und gewerbliche Nutzung von Solarenergie weiter voranbringen.
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