THM spendet Blockheizkraftwerk an die Ukraine: So hilft moderne Energie-Technik im vierten Kriegswinter.
Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) hat ihr ausgemustertes, aber voll funktionsfähiges Blockheizkraftwerk (BHKW) als Spende in die Ukraine geschickt. Ziel ist es, die Energieversorgung während des mittlerweile vierten Kriegswinters zu verbessern. Die Aktion wurde ehrenamtlich organisiert und auch durch das hessische Innenministerium finanziell unterstützt.
An einem kühlen Morgen im Oktober 2025 wurde das mehr als 3,5 Tonnen schwere BHKW am THM-Campus in Friedberg auf einen LKW mit ukrainischem Kennzeichen verladen und wenige Tage später in der Ukraine entladen. Das BHKW, rund 20 Jahre im Einsatz und mit einer Leistung von etwa 500 kW, wurde von einem MAN-Motor angetrieben. Es hatte zuvor den Campus mit Strom und Wärme versorgt, war aber im Zuge der Energiewende und der angestrebten CO2-Neutralität des Landes Hessen außer Betrieb genommen worden.
Die Einbindung eines gebrauchten, aber noch nutzbaren BHKW in die Ukraine wurde nach dem Vorbild der Universität Kassel organisiert, die bereits im Mai ein Blockheizkraftwerk gespendet hatte. Die Durchführung in Friedberg lag federführend bei Heinz W. Jordan, der bereits über 15 BHKWs in die Ukraine vermittelt hat – oftmals gefördert durch das hessische Innenministerium. Der Transport und die projektbezogene Organisation erfolgten unter Beteiligung des ukrainischen Generalkonsuls Vadym Kostiuk.
Die Aktion wurde maßgeblich durch das Facility Management und die Handwerker vor Ort unterstützt. Professor Dirk Metzger, Vizepräsident für strategische Bauplanung, betonte den Einsatz aller Beteiligten, die das schwere Aggregat ohne externe Hilfe aus dem Gebäude schafften. Das BHKW wird in einer Kleinstadt im Großraum Lviv installiert. Aus Sicherheitsgründen werden jedoch keine genaueren Standorte genannt.
Auch für Hochschulstandorte in Nordrhein-Westfalen ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie technische Infrastruktur, die im Zuge der Energiewende ausgemustert wird, sinnvoll gespendet werden kann. Es zeigt, wie Hochschulen auf lokaler Ebene mit internationaler Solidarität und Engagement konkrete Hilfe in Krisensituationen leisten können.
Der alte Standort des BHKW an der THM in Friedberg bleibt nicht lange ungenutzt. In den kommenden Monaten wird dort eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe installiert, die rund 75 Prozent des Wärmebedarfs abdecken wird. Die Hochschule signalisiert Bereitschaft zur weiteren Unterstützung für die Ukraine und betont, dass beim Wiederaufbau gerne erneut geholfen wird.
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