Die Mieter am historischen Hermeshof in Köln-Niehl kämpfen um ihre fehlenden Fensterläden – für Denkmalschutz und Hitzeschutz im Sommer zugleich.
Stell dir vor, du wohnst an einem der schönsten Flecken Kölns – direkt am Rheinufer, neben dem „Niehler Dömchen“, mit Blick auf einen wunderschönen Garten. Klingt traumhaft, oder? Genau das ist der Hermeshof in Köln-Niehl. Aber irgendetwas fehlt dort seit einigen Jahren – und das macht den Bewohnern gerade im Sommer ordentlich zu schaffen.1
Der Hermeshof an der Hermesgasse 130 ist kein gewöhnliches Wohnhaus. Der Gutshof ist bereits seit dem Spätmittelalter überliefert, steht seit 1995 unter Denkmalschutz und ist sogar Teil des Niehler Kulturpfads. Heute dient er als Wohngebäude mit sechs Appartements und ist Teil einer Senioren-Wohnanlage der städtischen GAG. Die Häuser Hermesgasse 124, 126 und 128 gehören ebenfalls dazu – gemeinsam bilden sie einen halbgeöffneten Innenhof.1
Seit mindestens einigen Jahren fehlen die charakteristischen weißen Fenster-Klappläden am historischen Gebäude. Für die Mieterinnen und Mieter ist das nicht nur eine Frage der Optik – sondern auch des Komforts. Denn die Läden hätten eine wichtige Funktion: wirksamen Hitzeschutz. Das Dachgeschoss des Gebäudes ist zudem nicht isoliert, was die Situation im Sommer noch verschärft.1
Gisela Thode, Gründerin und langjährige Inhaberin der Weinstube „Morio“ am Nippeser Schillplatz, wohnt heute im Hermeshof und bringt es auf den Punkt: „An einem normal warmen Sommertag reicht der Ventilator, aber bei einer Hitze wie vor zwei Wochen geht man kaputt hier.“ Damit erinnert sie an die Rekordhitze in der zweiten Juni-Hälfte. Grundsätzlich ist sie mit ihrem Altersdomizil aber glücklich: „Insgesamt sind wir hier sehr glücklich“ – die Lage, der Rheinblick und der Garten mit Terrasse machen vieles wett.1
Genau hier liegt das Paradoxe an der ganzen Sache: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz – und trotzdem fehlen die Fensterläden, die ursprünglich zum historischen Hof gehörten. Eigentlich sollte Denkmalschutz ja dafür sorgen, dass solche historischen Details erhalten oder wiederhergestellt werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner wollen ihre Läden zurück – und das ist mehr als verständlich. Sie sind nicht nur ein Stück Geschichte, sondern im Sommer auch pure Notwendigkeit.1
Der Hermeshof ist ein echtes Stück Kölner Geschichte, mitten in Niehl. Wer dort wohnt, lebt an einem besonderen Ort – mit besonderem Charme, aber eben auch mit besonderen Herausforderungen. Die Mieterinnen und Mieter zeigen, dass sie ihren historischen Gutshof lieben und schätzen. Genau deshalb kämpfen sie für die Rückkehr der weißen Fensterläden. Denkmalschutz sollte schließlich kein leeres Versprechen sein – sondern auch im Alltag spürbar sein. Bleibt zu hoffen, dass die GAG hier bald nachlegt und die fehlenden Läden wieder anbringen lässt. Für die Geschichte des Hermeshofs – und für die Nerven der Bewohner beim nächsten Hitzesommer.1
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