Fritz Encke prägte Köln wie kaum ein anderer: Als Gartenbaudirektor schuf er Parks wie den Klettenbergpark und den Volkspark – und gilt bis heute als „Vater…
Stell dir Köln ohne den Klettenbergpark, den Vorgebirgspark oder den Volkspark vor – kaum auszumalen, oder? Dass die Stadt heute so viele grüne Rückzugsorte hat, ist vor allem einem Mann zu verdanken: Fritz Encke. Der Gartenarchitekt gilt bis heute als der „Vater der Kölner Parks“ und hat das Stadtbild von Köln nachhaltig geprägt.1
Fritz Encke wurde am 5. April 1861 in Oberstedten geboren. Nach einer Gärtnerlehre studierte er von 1880 bis 1882 an der Gärtnerlehranstalt Wildpark in Potsdam. Danach sammelte er Erfahrungen bei Gärtnereiunternehmen in Erfurt, im englischen Chester und in Berlin, bevor er ans Potsdamer Lehrinstitut zurückkehrte – diesmal als Dozent für Geschichte und Theorie der Gartenkunst.1
1899 bekam er den Titel „Königlicher Gartenbaudirektor“ verliehen. Vier Jahre später, 1903, zog es ihn dann nach Köln, wo er die Stelle als Gartenbaudirektor antrat. Und von da an legte er richtig los.1
Was Encke antrieb, war mehr als nur Ästhetik. Er hatte eine klare Vision: Parks und Grünanlagen sollten nicht nur für die oberen Gesellschaftsschichten sein, sondern für alle Menschen zugänglich sein. Sein Konzept vom „Volkspark“ und vom „sozialen Grün“ war für die damalige Zeit richtig fortschrittlich.1
In Köln begann er zunächst mit der Vollendung des Stadtwalds in Lindenthal, den seine Vorgänger angestoßen hatten. Dann folgte eine beeindruckende Liste an Projekten, die er vor dem Ersten Weltkrieg umsetzte:1
1913 kümmerte er sich außerdem um die Erweiterung des Kölner Zoos. Auf dem Gelände der Kölner Werkbundausstellung, die wegen des Ersten Weltkriegs vorzeitig abgebrochen wurde, ließ Encke großzügige Sport- und Spielflächen anlegen.1
Bis zu seiner Pensionierung 1926 legte Encke noch den Beethovenpark an und krönte sein Schaffen mit dem Volkspark in Raderthal. Entstanden auf dem Gelände eines ehemaligen Pulvermagazins, war dieser Park wirklich etwas Besonderes: Er bot Tanzflächen, Leseecken, ein Naturtheater, einen Sandspielplatz und ein großes Wasserbecken – kurz gesagt, ein Freizeitparadies für die Kölner Bevölkerung. Seit 1980 steht der Park unter Denkmalschutz, und seit 2002 trägt er offiziell den Namen „Fritz-Encke-Volkspark“.1
Auch beim Äußeren Grüngürtel wirkte Encke gestalterisch mit und veröffentlichte eine Schrift über die Kölner Grünanlagen. Die „Kölnische Zeitung“ urteilte zu seinem Abschied treffend, dass Köln dank seines Schaffens den Ruf habe, „in seinen gärtnerischen Anlagen die vorbildlichste Stadt Deutschlands zu sein“.1
Encke war nicht nur in Köln aktiv. 1907 veröffentlichte er ein Buch über Hausgärten, und von 1908 bis 1913 war er Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst. Ein Mann, der seine Leidenschaft für grüne Räume auf ganzer Linie gelebt hat.1
Fritz Encke starb am 12. März 1931 in Herborn. Doch sein Erbe lebt weiter – in jedem Park, in dem Kölnerinnen und Kölner heute picknicken, joggen oder einfach den Alltag hinter sich lassen. In Lindenthal erinnert außerdem eine Straße an ihn. Wer also das nächste Mal durch den Klettenbergpark schlendert oder sich im Volkspark in der Sonne räkelt, weiß jetzt, wem er das zu verdanken hat.1
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